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Tagesimpuls - Osterdienstag 2021

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Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. (Joh 20,16)

 

Maria Magdalena; es ist früh am Morgen; sie steht am Grab und weint. Ein einziger verhangener, schluchzender Schmerz. Sie fragt einen Mann, den sie dort sieht und in dem sie den Gärtner vermutet, wohin er den Leichnam des geliebten Herrn gebracht habe – und der Gärtner nennt sie beim Namen: Maria!“ Da erkennt sie in ihm den Geliebten, und es bricht aus ihr heraus: Rabbuni!“ „Lieber Meister!“ Zwei Worte, die da gewechselt werden, mehr nicht. Und doch kann man sich kein Gespräch vorstellen, das inniger wäre. ...

 

An solchen Geschichten, so meine ich, wird vor allem eines deutlich: Ob ich offen bin für die Frage nach einem Leben über den Tod hinaus; ob ich mich sehne nach dem, was der biblische Auferstehungsglaube verheißt, das hängt wesentlich ab von meiner Einstellung zum Leben, wie ich es hier und jetzt führe. Ewiges Leben…? Diese Frage läßt sich nicht sachlich von einem unbeteiligten Beobachterposten entscheiden. Ob mich die Osterbotschaft zum Glauben bewegt, hängt sehr von meiner Lebenseinstellung ab.

 

Es ist die Sehnsucht nach Auferstehung, die uns Menschen im Vollsinn des Wortes menschlich werden läßt: hungrig nach Wahrheit, durstig nach Gerechtigkeit und treu in unserer Liebe – auch über den Tod hinaus.

 

Joachim Negel (Ehem. Burgpfarrer auf Burg Rothenfels)

https://www.feinschwarz.net/auferstehung-vollendung-der-liebe/

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