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Tagesimpuls zum 4. Fastensonntag „Laetare“

„Freue dich, Stadt Jerusalem!
Seid fröhlich zusammen mit ihr, alle, die ihr traurig wart.
Freut euch und trinkt euch satt an der Quelle göttlicher Tröstung.“ (Jes 66,10-11)

Impuls_Laetare.pdf

Die Spaßgesellschaft ist am Ende. Eine neue Ernsthaftigkeit hält Einzug, so das Urteil der Sinus-Studie von 2020 über das Denken und die Lebenshaltung der heutigen Jugend. Seit mehr als drei Jahrzehnten hatte der Begriff „Spaßgesellschaft“ als abwertende Umschreibung für eine Lebenseinstellung gegolten, die alles mitnehmen und nichts ernst nehmen wollte. Bis heute können wir miterleben, dass Comedy, Kabarett und leichte Unterhaltung in den Medien Hochkonjunktur haben. Menschen wollen unterhalten werden und nicht nachdenken über die Welt: Lachen gegen die Sorgen.  Aber zugleich sehen wir, dass die Ablenkung durch Lachen bei vielen Menschen, v.a. auch jungen Erwachsenen, nicht mehr greift. Eine neue Ernsthaftigkeit macht sich breit im Blick auf die Umwelt, auf Fragen der Globalisierung, auf das Verständnis von der Würde des Menschen und auf die Zukunft der Menschheit und der Welt. Heute „amüsieren wir uns nicht mehr zu Tode“, wie es noch Neil Postman vor fast vierzig Jahren prognostizierte. Aber haben wir jetzt nichts mehr zu lachen?

Für uns Christen ist das Lebensziel nicht „Spaß“, sondern Lebensfreude, eine gelassene und  bejahende Einstellung zu unserem Dasein und eine ermutigende Hoffnung auf Leben in Fülle. Wir gehen auf das Fest des Lebens, Ostern, zu. Den vierten Sonntag nennen wir manchmal das „kleine Osterfest“. Heute „explodiert“ das Leben noch nicht, aber es keimt auf. Freude ist die heitere Gelassenheit, die die Zukunft nicht erzwingt, sondern annimmt und gestaltet, und auf Gott vertraut. In einer solchen Freude kann man wie der selige Rupert Mayer beten:

Herr, wie Du willst,
soll mir gescheh’n
und wie Du willst,
so will ich geh’n;
hilf Deinen Willen
nur versteh’n!

Herr, wann Du willst,
dann ist es Zeit;
und wann Du willst,
bin ich bereit,
heut und in alle Ewigkeit.

Herr, was Du willst,
das nehm’ ich hin,
und was Du willst,
ist mir Gewinn;
genug, dass ich
Dein Eigen bin.

Herr, weil Du’s willst,
drum ist es gut;
und weil Du’s willst,
drum hab’ ich Mut.
Mein Herz in Deinen
Händen ruht. (Seliger Rupert Mayer SJ)

 

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag

Sven Johannsen, Pfarrer.

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