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Gott, Jesus und ich

von Kaplan Frank Elsesseser

Firmen, Organisationen und öffentliche Personen versuchen ihre Aussagen oft prägnant und einprägsam zusammenzufassen. Slogans, Entweder-Oder-Aussagen, oder auch Dreischritte helfen dabei, das zu verdeutlichen, was man herausstellen will und diese Aussagen im Kopf des Hörers zu verankern. Jedem von uns fallen sicher ganz spontan zwei oder drei Werbeslogans ein. Berühmte Dreischritte sind z.B. Sehen, Urteilen, Handeln aus der Christlichen Arbeiterjugend oder Cäsars berühmtes Diktum: Ich kam, sah und siegte. Daran können wir sehen, wie alt diese Methodik schon ist.

Am fünften Sonntag in der Osterzeit befassen wir uns mit Texten des Johannes-Evangeliums. Genauer gesagt mit Johannes 14.15-21.

Gerade der Evangelist Johannes hat versucht, seine Aussagen über Jesus und seine Frohe Botschaft einprägsam zu gestalten. Gleichzeitig ist dieses Evangelium vielschichtig und mit Symbolen durchdrungen. Es erfordert mehr als ein oberflächliches Hinhören, sondern es scheint, als wolle der Evangelist Johannes seine Leser dazu ermutigen, sich eingehend und gründlich mit der Frohen Botschaft zu befassen. Nichts ist geheim, aber nicht alles ist so offen, dass man es sofort durchschauen kann. Es bedarf einer gewissen Sorgfalt und Tiefe, um Jesu Worte im Johannes Evangelium zu erschließen.

Für diesen Impuls ist der Dreischritt in Vers 20 heute von besonderer Bedeutung. Darin heißt es: „Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch.“

In diesem Dreischritt werden drei Personen miteinander verbunden. Der ewige Schöpfergott, der uns - seinen Geschöpfen - ein Vater ist, Jesus Christus, der den Willen des Vaters tut und uns die Liebe Gottes in Wort und Tat zeigt und wir Menschen selbst. Wir Menschen. Wir sind durch Christus mit dem Vater verbunden, so wie der Vater durch Christus mit uns verbunden ist. In Jesus berühren sich Himmel und Erde, Gott und Menschen. Christus ist der Brennpunkt des Heilsgeschehens. Nur in ihm ist die Welt auf den Punkt gebracht. In ihm konzentriert sich alles.

Wir können dieses Geschehen bei Johannes und in den anderen Evangelien lesen. Wie Jesus immer und immer wieder Gottes Beziehung zu uns Menschen auf den Punkt bringt. Durch Taten, durch Worte, durch sich selbst. Durch Leiden, Tod und Auferstehung setzt Gott einen Punkt hinter den alten Menschen, hinter den wir nicht mehr zurückfallen müssen.

Wir sind durch Christus in Gott wie Gott durch Christus in uns Menschen ist. Dieses wunderbare Geschenk dürfen wir uns verdeutlichen und einprägen. Dass daraus Hoffnung werden kann für uns und in unserem Leben.

Impuls_17.5.2020.pdf

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