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Impuls 20.04.2020 von Sabrina Peper

 

Alles ist vergänglich. Gedanken zum Tod.

 2020-04-17_Betrachtung_20.04.2020_Alles_ist_vergänglich.pdf

In diesen Tagen wird viel über die Sterberate von einzelnen Ländern im Zuge der Bekämpfung des Corona-Virus berichtet. Vergleiche werden angestellt und Entsetzen durch Schlagzeilen wie „30-Jähriger stirbt an Corona“ hervorgerufen. Der Tod scheint gegenwärtiger als sonst zu sein und – so scheint mir – die Angst vor dem Tod treibt die Menschen zu vielem. Auch mich als junger Mensch beschäftigt der Gedanke an den Tod. Zum einen ist es ein Ereignis, das jeden Menschen, egal ob arm oder reich, glücklich oder einsam, ereilen wird. Zum anderen scheint er so nah und doch so fern zugleich. Den einen ereilt er früher als den anderen.

Doch warum haben wir eine solche Furcht vor diesem unausweichlichen Ereignis? Gehört er nicht wie die Geburt zum Leben? Mit diesen Gedanken im Hinterkopf blicke ich auf meinen Tulpenstrauß, der zu Ostern, dem Fest des Sieges des Lebens über den Tod, den Tisch verschönert hat. So langsam verlieren die Tulpen ihre Blütenblätter. Eines fällt just in diesem Moment auf den Tisch. Wie die Tulpen verblühen, so wird dies auch einmal mein Leben tun. Die Frage, die sich unweigerlich auftut, ist: habe ich mein Leben so gelebt, dass ich jemandem und auch meinem Schöpfer Freude gebracht habe? Verweist mein Leben auf ihn? Wie ist mein Leben aus der Perspektive der Endlichkeit und als Christ gedacht, aus der Perspektive der Ewigkeit betrachtet, zu bewerten? Lebe ich so, dass ich meine gottgegebenen Talente zum Wohl der Menschen um mich herum eingesetzt und somit zum Blühen gebracht habe? Besteht vielleicht der Bedarf eine kleine Korrektur vorzunehmen, wenn man durch die Brille der Ewigkeit auf die Gegenwärtigkeit schaut? Weiß ich, dass mein Leben in der Hand Gottes ist? Oder befällt mich Furcht wenn ich an den eigenen Tod denke? Unterlasse ich eventuell Gutes zu tun aus Furcht vor Beurteilung durch andere?

Wieder schaue ich auf den Strauß aus gelben, weißen, pinken und gemusterten Tulpen, den mir jemand ganz unerwartet durch einen Lieferdienst geschickt hat. Die Vielfalt der Farben des Straußes erfreut mein Herz und eine tiefe Dankbarkeit über die vielen mir bekannte Menschen mit ihren je eigenen Charismen erfüllt mich. Jeder wurde aus Liebe und zur Verherrlichung des Schöpfer, der Anfang und Ende in der Hand hält, geschaffen. Gott, der seinen Sohn von den Toten auferweckt hat und der mir in der Taufe das Ewige Leben verheißen hat, weiß wann meine letzte Stunde geschlagen hat und ich darf als sein Kind auch in dieser existentiellen Frage vertrauen.

Diese Erkenntnis schenkt Frieden und lässt mit Osterfreude erfüllt ausrufen: „Tod, wo ist dein Stachel? Tod, wo ist dein Sieg?“ (1 Kor 15,55)

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