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Kindliches Vertrauen

 Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus (Galater 3,26)

 

Ein Schiff gerät in einen großen Sturm. Die meterhohen Wellen schlagen nur so gegen das Boot. Selbst die alten, erfahrenen Matrosen fangen an, zu zittern.

Da sieht einer von ihnen einen Jungen, ruhig aufs Wasser schauen.

Der Matrose wird grimmig: „Es geht auf Leben und Tod!“, schreit er.

Da antwortet der Junge getrost: „Mein Vater sitzt am Steuer.“

 

Der Junge hatte scheinbar ein so großes Vertrauen in seinen Vater, dass ihm der Sturm keine Angst einjagen konnte.

 

Zu so einem großen Vertrauen sind auch wir gegenüber Gott eingeladen. Sind wir doch seine Kinder, wie es der Apostel Paulus im Galaterbrief bezeugt: „Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus.“ (Galater 3,26)

 

Das heißt: Ganz ohne unser Zutun sind wir zu Kindern Gottes geworden. Nicht, weil wir so anständig und tüchtig wären, sondern weil Gott uns aus Liebe zu solchen gemacht hat.

 

Wir brauchen nichts anderes tun, als dieses Geschenk der Kindschaft, das uns in der Taufe angeboten wurde, voller Vertrauen anzunehmen.

Und es uns dann immer wieder neu sagen zu lassen: Ich bin ein Kind Gottes. Auch dann, wenn meine Zweifel und Ängste größer sind als mein Glaube. Ich bin ein Kind Gottes. Auch dann, wenn mich mein Gewissen plagt, weil meine Zunge wieder einmal schneller war als das Denken, meine Hand bequemer als das Herz. Ich bin und bleibe ein Kind Gottes.

 

Deshalb können wir - so wie der Junge in der Geschichte - auch gelassen in die Zukunft blicken. Weil wir wissen: Mein himmlischer Vater sitzt am Steuer. Er hat alles in der Hand. Amen

 

Gebet:

Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir‘s nicht;

dein Tun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht;

dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn,

wenn du, was deinen Kindern, ersprießlich ist, willst tun.

Amen.

(Evangelisches Gesangbuch 361,4)

  

Michael Kelinske, Evangelischer Pfarrer in Lohr am Main

Kelinske_Mittwoch_22-4-20_V2.pdf

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