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Impuls 25. Mai 2020 von Kaplan Frank Elsesser

 „Ich habe die Welt besiegt“

Wenn ich das Ende des heutigen Evangeliums lese - aus dem Johannesevangelium 16,29-33 - dann kommt es mir so vor, als würde Jesus in seinen Andeutungen über das Versprengt-Werden und die Bedrängnis der Welt genauso gut über uns und die Bedrängnis, in der wir gerade leben, reden als über seine damals empfundene Furcht vor Leiden und Tod am Kreuz.

 

In den letzten Wochen und Monaten haben wir alle - jeder für sich - eine Zeit des Versprengt-Seins durchgemacht, eine Zeit, die durch die Corona-Pandemie für alle Menschen auf der ganzen Welt eine Zeit der Bedrängnis war. Eine Zeit, in der wir uns absichtlich zu unserem Schutz isoliert haben, soweit es ging, in der jeder Austausch auf das Nötigste zurückgefahren wurde. Nicht nur zwischen einzelnen Menschen, sondern auch zwischen Ländern und Nationen, indem es Reisewarnungen, Quarantäne und Grenzsperrungen gab.

Diese Situation hat uns bis jetzt mit einem Gefühl der Unsicherheit in vielen Bereichen des Lebens und der Arbeit zurückgelassen. Gerade jetzt in der Zeit, in der viele Vorschriften gelockert werden und das soziale Leben neu beginnt, stellen sich uns viele Fragen. Wie gehe ich richtig mit dem anderen um? Wie schütze ich mich und andere? ... Es ist und bleibt für uns nicht einfach, was die Welt uns abverlangt: Die Herausforderung des Zusammenlebens.

 

Die Antwort Christi im Evangelium auf die Fragen der Welt nach Unsicherheit und Angst lautet: „In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.“ (Joh 16,33)

Zweifel, Einsamkeit, Unsicherheit, Machtlosigkeit und Angst. Das alles existiert in der Welt. Ist Teil der Welt. Es ist die Bedrängnis dieser Welt und unseres Lebens. Aber Jesus selbst gibt uns Mut und Hoffnung. Dadurch, dass er in dieser Welt gelebt hat, dass Jesus all das Böse und Schreckliche unschuldig und unverdient kennen gelernt hat, haben wir Menschen durch Jesus auch die Hoffnung, das alles zu überwinden. Wir glauben, dass durch die Auferstehung der Tod besiegt ist und dadurch alles Böse seine Endgültigkeit verloren hat. Jesus hat die Welt besiegt und befreit - wie er uns sagt. Aus diesem Wort können wir Leben und Stärke finden, um unser Leben im Guten zu leben.

 Kaplan Frank Elsesser

Impuls_25.5.2020.pdf

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