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Von Pfarrer Sven Johannsen

Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet der gesamten Schöpfung das Evangelium. Halleluja. (Mk 16,15)

 Der 25. April ist das Fest des Evangelisten Markus.

Die Tradition sieht in Johannes mit dem Beinamen Markus (Apg 12,12) den Sohn der Maria, in deren Haus sich die Urgemeinde von Jerusalem versammelte. Er begleitete seinen Verwandten Barnabas und den Apostel Paulus auf der ersten Missionsreise, kehrte aber allein nach Jerusalem zurück (Apg 13,13. Auf die zweite Missionsreise wollte Paulus ihn nicht mehr mitnehmen. Später finden wir ihn wieder bei Paulus. Dann war er Begleiter des Petrus in Rom. Petrus-Erinnerungen sind auch in dem nach Markus benannten Evangelium zu erkennen, das sicher vor der Zerstörung Jerusalems (70 n. Chr.) geschrieben wurde. - Nach der Überlieferung soll Markus die Kirche von Alexandrien gegründet und geleitet haben. Er ist damit also für die koptische Kirche in Ägypten von vergleichbarer Bedeutung wie der Apostel Petrus für die römisch-katholische Kirche oder der Apostel Andreas für die griechisch-orthodoxen Christen und genießt so höchsten Respekt unter allen christlichen Kirchen.

Ihm schreiben wir das älteste Evangelium zu. Es gab Worte Jesu, die schon früher gesammelt, aber nur mündlich überliefert wurden. Markus begründet die literarische Gattung des „Evangeliums“. Über seine Absicht schreibt Pater Anselm Grün: „Markus will mit seinem Evangelium und der Schilderung von Passion, Tod und Auferstehung Jesu seine Leser erschüttern. Sie sollen erkennen, dass in diesem Jesus Gott gehandelt hat, und dass er auch heute noch durch ihn an uns handelt.“

Wie in vielen ländlichen Gemeinden ist der Markustag auch in Lohr verbunden mit dem ersten Bittgang eines Jahres, also dem Gebet im Freien um den Segen Gottes für seine Schöpfung. Heute bitten wir Gott, der die ganze Schöpfung vergänglich geschaffen hat, aber nicht verloren gehen lassen will, um seinen Segen, mit den Worten:

 

Gott, du Schöpfer aller Dinge, du hast uns Menschen die Welt anvertraut und willst, dass wir ihre Kräfte nützen. Aus dem Reichtum deiner Liebe schenkst du uns die Früchte der Erde: den Ertrag aus Garten und Acker, Weinberg und Wald, damit wir mit frohem und dankbarem Herzen dir dienen. Erhöre unser Gebet: Halte Ungewitter und Hagel, Überschwemmung und Dürre, Frost und alles, was uns schaden mag, von uns fern. Schenke uns alles, was wir zum Leben brauchen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Sven Johannsen, Pfarrer

Markus_2020.pdf

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