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Von Johannes Weismantel

  1:0 Fußball-Meditation vom 12. Mai 2020

„Hey, hast du schon gehört: Die Fussball-Bundesliga startet wieder.“

Auch hier, anders als vorher und:

Sicher gehen auch hier die Meinungen weit auseinander, ob sinn-voll oder

Irr-sinn, aber das ist bei allen Entscheidungen so.

Ich finde es toll, dass wieder ein Stück Lebensfreude und Leichtigkeit in das Leben mit Corona zurückkehrt.

 

Und ich kann mir gut vorstellen, wie Freunde von mir mitfiebern, wenn am Wochenende Gladbach in Frankfurt und beim Ruhrpott-Derby der BVB Schalke empfängt oder am Sonntag die Bayern bei Union Berlin antreten.

 

Dann geht´s wieder darum, nach vorne zu spielen, nicht im Abseits zu stehen. Verantwortung zu übernehmen, sich anzubieten, die volle Konzentration und Kondition einzusetzen und mit Fantasie zu agieren. Freiräume zu suchen, den Ball im Spiel zu belassen. Die an den Linien außen laufen, mit Flanken zu bedienen und ein Tor zu erzielen, um das Spiel zu gewinnen und nicht zu mauern.

 

Viele von diesen Spielzügen kann ich für mich auf das Spiel meines Lebens übertragen, weil Gott mir mein Leben geschenkt hat, mit all meinen Talenten und Fähigkeiten.

 

In der Bundesliga bin ich nur Zuschauer – im Spiel des Lebens darf ich mitspielen, selbst organisieren, Verantwortung tragen. Als getaufter Christ

sogar mit einer Spielerlizenz auf Lebenszeit – und das in allen Klassen.

 

Mit der österlichen Freude und dem pfingstlichen Geist, der uns ablösefrei noch dazu geschenkt wird und beauftragt: „Geht hinaus in alle Welt“,

bin ich mir sicher, dass wir noch viel mehr Lebensfülle für ALLE gewinnen können.

 

Wenn wir es fertig bringen, DU und ICH, Kirche und Gesellschaft, Quellen zu erschließen und Wege zu finden, um Desinfektionsmittel für alltägliche Dinge zu beschaffen, Hygienepläne für Gottesdienste und Bundesliga zu erstellen und Masken für den Jetzigen und den Nächsten zu organisieren. Dann schaffen wir‘s erst recht, mit den uns jeweils zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, Lebensmittel für abertausende von Kindern, Kindern, Kindern, Schwestern und Brüder zu organisieren, damit diese, z. B. durch die Heuschreckenplage in diesem Jahr nicht kläglich verhungern müssen.

 

Wenn wir es fertig bringen, DU und ICH, Kirche und Gesellschaft mit viel Intensität und fast unbegrenzten finanziellen Möglichkeiten versuchen, die Folgen der Corona-Pandemie zu mindern, den Kampf der Wirtschaft in die Regionalliga zu unterstützen und den Durst nach einem Impfstoff zu stillen. Dann schaffen wir´s erst recht, Fantasie und Mittel zu investieren, um die gigantische Vielfalt der Pflanzen und Tiere auf unserer paradiesischen Erde zu pflegen und unsere Schöpfung als Geschenk an die nächsten Generationen weiterzugeben.

 

Dann schaffen wir´s, DU und ICH, Kirche und Gesellschaft, die im Abseits stehenden Menschen, die von Flucht, Armut und Ausbeutung betroffen sind, ins gerechte Lot Gottes zurück zu holen.

 

Dann schaffen wir´s, DU und ICH, Kirche und Gesellschaft uns anbieten, frei zu laufen und Chancen herausspielen, dass die gefoulten und ausgewechselten Kinder Gottes wieder ins Spiel des Lebens einzubringen, damit sie mit einstimmen können, in den Auferstehungsjubel der guten Nachricht, die da lautet:

Friede sei mit EUCH, meinen Frieden gebe ich euch!

 

Mit der pfingstlichen Begeisterung und Botschaft, die allen Religionen, Konfessionen, Ländern, Sprachen und Kulturen geschenkt ist und wird,

können wir sicher sein, dass nicht nur die Zeit der Osterhasen, sondern auch die der Angsthasen vorbei ist. Wir sind eingeladen, ansteckend zu sein zur Lebensfreude, Zuversicht, Hoffnung und Ehrfurcht vor allem Leben.

 

Vielleicht bin ich manchmal ein Träumer. Aber als Fan Gottes lasse ich mich nicht entmutigen und weiß, dass seine Freude und Kraft uns liebend und segnend bei all unserem Tun begleitet.

 

Und so hat für mich in diesen Tagen ein Kirchenlied eine ganz neue Wertung erfahren. Es ist für mich wie eine Hymne des Universums,

die da lautet:

 

Der Geist des Herrn erfüllt das All,

mit Sturm und Feuersgluten,

er krönt mit Jubel Berg und Tal,

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er lässt die Wasser fluten.

Ganz überströmt von Glanz und Licht,

erhebt die Schöpfung ihr Gesicht,

frohlockend, HALLELUJA.

 

 johannes weismantel

Diözesanbüro Main-Spessart

 

 

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