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Gott loben

 

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder! (Psalm 98,1)

„Eins, zwei, der Herr ist treu. Drei, vier, er ist bei mir.“ So singen die Schülerinnen und Schüler mit vollem Einsatz. Sie sind dabei so laut, dass ich meine eigene Stimme nicht mehr hören kann. Wunderbar!

 

So lautstark und geschlossen können wir Gott zur Zeit nicht miteinander loben.

Die Sicherheitsvorkehrungen verhindern dies. Aber wir können zu Hause in der Familie oder allein für uns Gott ein Lied singen. Sicher entdecken wir ein passendes in unserem Gesangbuch oder in einem modernen Liederheft.

 

Gründe, Gott zu loben, gibt es viele, auch jetzt während der Corona-Pandemie.

Wie schön ist es zum Beispiel, dass wir seit letzten Montag wieder zum Gottesdienst zusammenkommen können.

Oder, ich denke an unser gutes Gesundheitssystem und an unsere Politiker, die sich Mühe geben, besonnen und verantwortungsbewusst zu handeln. All das ist nicht selbstverständlich!

Genauso wenig, dass ich eine Mutter habe, der ich heute am Muttertag eine kleine Freude bereiten kann. Oder, dass ich heute morgen gesund aus dem Bett aufstehen konnte.

Sind das für sich genommen nicht alles kleine Wunder?

 

Deshalb konnte der Beter des 98. Psalms auch sagen:

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!“

Dabei kommt ihm ein noch größeres Wunder in den Sinn.

Er denkt an Gott und seine Hilfe und Treue, die er immer wieder gegenüber den Israeliten erwiesen hat. Darüber ist der Beter so froh, dass er ein neues Lied singen will.

 

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!“

Als Christinnen und Christen dürfen wir diesen Vers von Jesus Christus her lesen.

Wir danken Gott für seine bedingungslose Liebe, die er uns in ihm, Jesus Christus gezeigt hat und die jede Krise überdauert – ja, die das größte Wunder überhaupt ist.

 

Deshalb sind auch wir eingeladen, Gott ein Loblied zu singen – heute und jeden neuen Tag. Amen

 

Gebet:

Großer Gott,

wir loben dich.

Herr, wir preisen deine Stärke.

Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke.

Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit.

Amen

(Evangelisches Gesangbuch 331,1)

 

 

Michael Kelinske

Evangelischer Pfarrer in Lohr am Main

 Kelinske_Sonntag_10-5-20_V4.pdf

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