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Tagesimpuls 04.03.2021

Taufe: Unter der Herrschaft Gottes, nicht mehr der Sünde Römer 6,15-23 

(Sabrina Peper)

 Römer_6_15-23.pdf

15 Was heißt das nun? Sollen wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz stehen, sondern unter der Gnade? Keineswegs! 

16 Wisst ihr nicht: Wenn ihr euch als Sklaven zum Gehorsam verpflichtet, dann seid ihr Sklaven dessen, dem ihr gehorchen müsst; ihr seid entweder Sklaven der Sünde, die zum Tod führt, oder des Gehorsams, der zur Gerechtigkeit führt. 

17 Gott aber sei Dank; denn ihr wart Sklaven der Sünde, seid jedoch von Herzen der Gestalt der Lehre gehorsam geworden, an die ihr übergeben wurdet. 

18 Ihr wurdet aus der Macht der Sünde befreit und seid zu Sklaven der Gerechtigkeit geworden. 19 Wegen eures schwachen Fleisches rede ich nach Menschenweise: Wie ihr eure Glieder in den Dienst der Unreinheit und der Gesetzlosigkeit gestellt habt, sodass ihr gesetzlos wurdet, so stellt jetzt eure Glieder in den Dienst der Gerechtigkeit, sodass ihr heilig werdet! 

20 Denn als ihr Sklaven der Sünde wart, da wart ihr der Gerechtigkeit gegenüber frei. 

21 Welche Frucht hattet ihr damals? Es waren Dinge, deren ihr euch jetzt schämt; denn sie bringen den Tod. 

22 Jetzt aber, da ihr aus der Macht der Sünde befreit und zu Sklaven Gottes geworden seid, habt ihr eine Frucht, die zu eurer Heiligung führt und das ewige Leben bringt. 

23 Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.

 

Herrschaft, Sklave, Sünde - all das sind Worte, die für uns einen negativen Beigeschmack haben. 

Vor allem verwenden wir das Wort Sünde eigentlich nur noch im Kontext mit einer vermeintlich zu hohen Kalorienaufnahme. Doch was ist Sünde überhaupt? 

Der Katechismus der katholischen Kirche definiert sie in zwei Artikeln so: 

 

1849 Die Sünde ist ein Verstoß gegen die Vernunft, die Wahrheit und das rechte Gewissen; sie ist eine Verfehlung gegen die wahre Liebe zu Gott und zum Nächsten aufgrund einer abartigen Anhänglichkeit an gewisse Güter. Sie verletzt die Natur des Menschen und die menschliche Solidarität. Sie wurde definiert als „ein Wort, eine Tat oder ein Begehren im Widerspruch zum ewigen Gesetz" (Augustinus, Faust. 22, 27) [Vgl. Röm 1,28-32; 1 Kor 6,9-10; Eph 5,3-5; Kot 3,5-8; 1 Tim 1,9-10; 2Tim 3,2-5].

1850 Die Sünde ist eine Beleidigung Gottes: „Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was dir mißfällt" (Ps 51,6). Die Sünde lehnt sich gegen die Liebe Gottes zu uns auf und wendet unsere Herzen von ihm ab. Wie die Ursünde ist sie ein Ungehorsam, eine Auflehnung gegen Gott durch den Willen, „wie Gott" zu werden und dadurch Gut und Böse zu erkennen und zu bestimmen (Gen 3,5). Die Sünde ist somit „die bis zur Verachtung Gottes gesteigerte Selbstliebe" (Augustinus, civ. 14,28). Die Sünde ist wegen dieser stolzen Überheblichkeit dem Gehorsam Jesu [Vgl. Phil 2,6-9], der das Heil wirkt, völlig entgegengesetzt.

Was meint der Apostel Paulus, wenn er in Vers 23 sagt: „Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“ Wenn wir uns mühen nach dem Gesetz, also den Zehn Geboten zu leben, werden wir das Leben haben. Die Gebote sind nicht zur Einschränkung des Lebens und zur Verhinderung von Spaß und Freude gedacht, sondern um in der einer geordneten Freiheit ein gutes Zusammenleben zwischen den Menschen, zwischen Gott und den Menschen und wegen eines guten Verhältnisses zur eigenen Person und den eigenen Bedürfnissen gedacht. Gehen wir gut mit einander um und gönnen unserem Nächsten einen Erfolg, sprechen in der Wahrheit von und übereinander und nutzen wir den Sonntag zur Erholung und zur Begegnung mit Gott und ermöglichen ihm in unser Leben einzugreifen, werden wir merken, dass Leben, Glück und Freude in uns ist. 

Suchen wir jedoch stets unseren eigenen Vorteil, lügen und betrügen und beuten uns und unsere Gesundheit selbst aus, wird sich das zu Beginn vielleicht wie Leben anfühlen. Schlussendlich führt ein solches Verhalten jedoch in den Tod. In den Tod von Freundschaften, Auseinanderbrechen von Gesellschaften und in körperliche und seelische Erschöpfung. Setzt sich der Mensch selbst als Absolutes und gibt Gott keine Ehre mehr, muss er sich niemandem gegenüber rechtfertigen. Wir Christen wissen jedoch, dass Gott Herr über Leben und Tod ist und dass unsere Heimat im Himmel ist. Leben mit Gott macht frei, wohingegen Leben in der Sünde versklavt und die Liebe zum Nächsten, uns selbst und zu Gott tötet. 

Durch unsere eigene Taufe haben wir Zugang zum Ewigen Leben erhalten und sind Kinder Gottes geworden, wie der Apostel uns schreibt, sodass selbst mit dem biologischen Tod auf Erden für uns nicht alles vorbei ist, sondern das Leben in Christus verwandelt weitergeführt wird. Vielleicht ist es gut, sich diesen Gedanken an den Tod als Übergang zum Ewigen Leben öfters in Erinnerung zu rufen und sich dann zu überlegen ob die ein oder andere Sünde oder Übertretung der Gebote Gottes tatsächlich notwendig ist, schließlich wollen wir alle das von Christus verheißene Leben in Fülle genießen. Und die frohe Botschaft zum Schluss: selbst wenn man gesündigt und das wahre Leben gegen die Sünde eingetauscht hat, schenkt Gott einem reuigen Sünder immer wieder die Möglichkeit zum Neuanfang und schenkt im Sakrament der Versöhnung seine Vergebung. Bestes Beispiel ist die Bekehrung des Christenverfolgers Saulus zu Paulus, einem der größten Verkündiger des Evangeliums. 

 

Sabrina Peper 

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