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Tagesimpulse in der Fastenzeit 2021 - Gedanken zum Römerbrief – 01.04.2021

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Die Schwächen des Nächsten mittragen (Röm 15,1-6)

 

1 Wir müssen als die Starken die Schwäche derer tragen, die schwach sind, und dürfen nicht für uns selbst leben.

2 Jeder von uns soll dem Nächsten zu Gefallen leben, zum Guten und zur Auferbauung.

3 Denn auch Christus hat nicht sich selbst zu Gefallen gelebt; vielmehr steht geschrieben: Die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.

4 Denn alles, was einst geschrieben worden ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch Geduld und durch den Trost der Schriften Hoffnung haben.

5 Der Gott der Geduld und des Trostes aber schenke euch, eines Sinnes untereinander zu sein, Christus Jesus gemäß,

6 damit ihr Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, einmütig und mit einem Munde preist.

 

Gedanken zur Bibelstelle

Kein Platz für Egoismus! Das Macht Paulus schon am Anfang dieses Ausschnitts seines Briefs an die Gemeinde in Rom deutlich. Er knüpft damit an das vorausgegangene Kapitel an, in dem er auf Konflikte innerhalb der römischen Gemeinde Bezug genommen und besonders die Starken ermahnt hat. Lebens- und Glaubensgemeinschaft braucht gegenseitige Unterstützung, keine Selbstdarstellung. Jeder soll seine Stärken einbringen – keine Frage – aber so, dass sie auch den Mitmenschen nützt und Schwächere unterstützt.

Mit diesem Anliegen steht er ganz in der Tradition der Tora (Lev 19,18), in der die Nächstenliebe thematisiert wird und folgt dem Vorbild Jesu. Sein Leben war ganz und gar von der Liebe zu seinen Mitmenschen geprägt und ging sogar so weit, dass er all das, was uns Menschen von Gott trennt, auf sich genommen hat, um uns mit ihm zu versöhnen.

Paulus ist es ein Anliegen, dass die Gemeinde in Rom auch tatsächlich als Gemeinschaft miteinander und mit Gott leben kann. Keiner soll übersehen werden, sondern die Unterstützung erfahren, die er oder sie braucht.

Für mich steckt darin auch ein Auftrag für uns als Christinnen und Christen und ruft Fragen hervor:

Gibt es auch in meinem Umfeld Menschen, die meine Unterstützung brauchen? Und: Wie kann ich meinen Teil dazu beitragen, dass Kirche nicht nur als Gemeinde, sondern als Gemeinschaft wahrgenommen wird?

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