headeroben

Habt keine Angst! 

„Schon 20.000 Corona-Tote“ in Deutschland las ich heute morgen in der Zeitung. Auf allen Kanälen wird von der Ernsthaftigkeit der Pandemie gesprochen und auch auf den Straßen unserer Heimat begegnet uns immer wieder eine Atmosphäre der Angst. Ja, Angst ist in diesem Jahr - so scheint es - unser täglicher Begleiter. Angst um die Gesundheit, Angst vor Einsamkeit in der Quarantäne, Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes oder auch vor dem Tod. Es mutet fast an, und manch ein Zeitgenosse agiert entsprechend, als ob Angst die Herrschaft über uns Menschen eingenommen hat. 

Auch mich hat sie in den vergangenen Tagen heimgesucht, als ich eines Abends im Bett lag und über die kommenden Feiertage und den geplanten Lockdown zwischen den Jahren nachdachte. Fast konnte ich die Angst körperlich spüren. Um mich etwas abzulenken, surfte ich ein bisschen  auf Instagram, einer Fotocommunity-Plattform, herum. Mein Blick blieb an einem Bild von Papst Johannes Paul II. hängen, der sich schon vom Alter stark gezeichnet an seinem Bischofsstab, an dessen Ende ein Kruzifix ist, festhält. In der Handschrift des Papstes steht auf dem Bild „Be not afraid“ (Habt keine Angst) geschrieben. „Wie treffend“, denke ich, es passt wunderbar zu meinen ängstlichen Gedanken. Beim weiteren Betrachten des Bildes kam mir in den Sinn, dass diese Aufforderung nicht nur der Papst, dessen 100. Geburtstag wir im Mai 2020 gedachten, der Welt am Tag seiner Amtseinführung im Jahr 1978 zurief, sondern dass wir die Aufforderung „Habt keine Angst“ häufig in der Bibel lesen. Und wie passend ist dieses Kruzifix am Ende seines Bischofsstabes doch ist. Und ich erinnere mich an ein Zitat aus der Abschiedsrede Jesu „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt ü erwunden.“ (Joh 16,33b) Ja, Trost gaben diese Worte meinem aufgeschreckten Herzen und die Angst wich an jenem Abend je länger ich darüber nachsann. 

Offensichtlich ist Angst eine Grunderfahrung des Menschen und zugleich fordert uns Gott in dieser Erfahrung auf unser Vertrauen auf ihn zu werfen. Er, der liebende Vater, von dem uns Jesus im Evangelium verkündet, wird sich allzeit um uns sorgen. „Verkauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Haupt alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid kostbarer als viele Sperlinge.“ (Mt 10,29f) Welche eine Zusage, die aufgewühlten und ängstlichen Herzen Trost und Halt geben kann. Egal wie die Stürme des Lebens toben, wie oft man in Quarantäne muss, wie sich die Politik in unserem Land entwickeln wird: Gott ist da, er sieht mich und er sorgt sich um mich. Ja, er sieht auch Dich und sorgt sich um Dich. 

Menschlich sind die viele Sorgen und Gedanken, die wir uns immer wieder machen. Wenn man dann noch die vielen schrecklichen Nachrichten täglich liest, bekommt man natürlicherweise Angst. Daher habe ich mich am Morgen nach der eben beschriebenen Erfahrung entschieden, jeden Tage einen kleinen Abschnitt in der Heiligen Schrift zu lesen, in der Gott eine konkrete Zusage über seine Fürsorge, seine Liebe zu den Menschen, oder auch seine Treue in Zeiten der Not, tätig. 

Vielleicht möchten Sie sich mir anschließen und täglich in die Waagschale der Angst eine entsprechende Portion Zuversicht durch das Wort Gottes, das im Leben von jedem von uns wirksam werden möchte, zu legen? Es wird sich lohnen, denn der Herr sagt Dir und mir auch heute: „Habt keine Angst!“

 Sabrina Peper 

Sozialpädagogin  

15.12.2020_Habt_keine-Angst.pdf

­