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Ohne Gemeinschaft geht es nicht

 

Lesung aus der Apostelgeschichte

In jenen Tagen

22beschlossen die Apostel und die Ältesten zusammen mit der ganzen Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte auszuwählen und sie zusammen mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas, genannt Barsabbas, und Silas, führende Männer unter den Brüdern.

23Sie gaben ihnen folgendes Schreiben mit: Die Apostel und die Ältesten, eure Brüder, grüßen die Brüder aus dem Heidentum in Antiochia, in Syrien und Zilizien.

24Wir haben gehört, dass einige von uns, denen wir keinen Auftrag erteilt haben, euch mit ihren Reden beunruhigt und eure Gemüter erregt haben.

25Deshalb haben wir uns geeinigt und beschlossen, Männer auszuwählen und zusammen mit unseren lieben Brüdern Barnabas und Paulus zu euch zu schicken,

26die beide für den Namen Jesu Christi, unseres Herrn, ihr Leben eingesetzt haben.

27Wir haben Judas und Silas abgesandt, die euch das Gleiche auch mündlich mitteilen sollen.

28Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere Last aufzuerlegen als diese notwendigen Dinge:

29Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden. Wenn ihr euch davor hütet, handelt ihr richtig. Lebt wohl!

30Man verabschiedete die Abgesandten, und sie zogen hinab nach Antiochia, riefen die Gemeinde zusammen und übergaben ihr den Brief.

31Die Brüder lasen ihn und freuten sich über die Ermunterung.

 

Gedanken zur Lesung:

 von Agnes Donhauser

Ohne Gemeinschaft geht es nicht

Wie funktioniert Gemeindeleben? Welche Regeln braucht es dazu und: Wer setzt diese fest?

Fragen, mit denen wir uns heute, aber auch schon die ersten christlichen Gemeinden immer wieder beschäftigen mussten. Neuerungen und Anpassungen an die

jeweiligen Gegebenheiten waren auch schon zu der Zeit nötig, auf die sich der Ausschnitt aus der Apostelgeschichte bezieht. Alleine durch die damals deutlich schlechteren und langsameren Kommunikationsmöglichkeiten stellte das eine große Herausforderung dar: Angefangen von der Frage,ob und wie ein Nicht-Jude Christ werden kann bis hin zu Fragen, welche das Zusammenleben und Speisegebote betreffen, musste nach und nach so einiges geregelt werden. Zudem waren die Situationen in den Gemeinden ganz verschieden. Vielleicht wäre es leichter gewesen, wenn einfach jede Gemeinde ihr eigenes Ding gemacht hätte. Aber genau das wollten die ersten Christen nicht. Für sie war klar, dass Christsein nur in Gemeinschaft und unter Berufung auf die gemeinsame Basis, die Botschaft Jesu Christi und in Verbindung untereinander, auch über die Grenzen von Dörfern und Städten hinweg, möglich ist.

Heute stehen wir ebenfalls vor der Frage, wie es mit unseren Gemeinden weiter geht. Was ist trotz Corona-Pandemie möglich? Wie wird christliches Leben vor Ort in zukünftigen größeren Räumen aussehen? Wie können wir unter den heutigen sowie zukünftigen Gegebenheiten Glaubensgemeinschaft mit den anderen Leuten unserer Pfarreien und Konfessionsübergreifend leben? Wie kann trotz der derzeitigen Vielzahl an Auflagen und einzuhaltender Mindestabstände spürbar werden, dass wir nicht alleine unser Christsein vor uns hin leben, sondern Glaube auch mit Gemeinschaft zu tun hat? Viel ist in den letzten Wochen und Monaten passiert. Viele haben nach kreativen Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten gesucht. Es ist wirklich schön zu sehen, was alles möglich gemacht wurde und wie viel Energie investiert wird, das Gemeindeleben langsam auch wieder im direkten Kontakt „hochzufahren“.

Gemeinden standen und stehen immer wieder vor unterschiedlichen Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Aber Dank Gottes Hilfe werden wir auch weiterhin Wege finden, unseren Glauben miteinander und gleichzeitig auf die jeweiligen Bedürfnisse angepasst, leben zu können.

Impuls_15._MAi.pdf

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