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Aus der Regel des Heiligen Mönchsvaters Benedikt

16.11.2020_RB_69.pdf

Die jüngeren Brüder sollen die älteren ehren, die älteren die jüngeren lieben. Wenn einer den anderen beim Namen ruft, darf er ihn nicht mit dem bloßen Namen anreden; vielmehr sollen die älteren Brüder die jüngeren „Bruder“, die jüngeren die Älteren „ehrwürdiger Vater“ nennen (RB 63,10-12)

Schwester Johanna Domek OSB schreibt zu dieser Regel:

Welches Gespür haben wir für  die gute, angemessene Anrede? Es macht einen großen Unterschied, ob ich mit der Haltung von „He, du!“ oder „ehrwürdiger Vater“ auf jemanden zugehe. Die Annäherung ist mit entscheidend dafür, wie man ankommt. Wenn darin nicht wirklich Zuwendung und Anrede steckt, können wir uns vielleicht „treffen“, aber nicht begegnen.

Der Unterschied zwischen den Generationen, den Benedikt macht, ist heute auch in Klöstern nicht mehr üblich. Alle sagen „Schwester“ zueinander. Das ist mir ein ganz kostbares Wort.

Es wäre durchaus passend, auf das Leben und die Menschen in der inneren, ehrfürchtigen Haltung der „jüngeren Schwester“ zuzugehen, die Benedikt in diesem Kapitel meint.

Johanna Domek; Benediktinische Impulse; Münsterschwarzach 2007, 2. Aufl. , S. 312

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