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Dietrich Bonhoeffer „Jesus Christus und vom Wesen des Christentums“

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Eins ist klar, dass wir Christus nur verstehen, wenn wir uns zu ihm in einem schroffen Entweder – Oder entscheiden. Zur Verzierung und Verschönerung unseres Lebens ist er nichts an Kreuz gegangen.

Wollen wir ihn haben, dann beansprucht er Entscheidendes über unser ganzes Leben zu sagen. Wir verstehen ihn nicht, wenn wir ihm nur eine Provinz unseres geistigen Lebens einräumen, vielmehr nur dann, wenn wir es an ihm allein orientieren oder ein glattes „Nein“ sprechen.

Wen es freilich nicht einmal darauf ankommt, Christus ernst zu nehmen in dem Anspruch, der an uns in seiner Frage stellt: willst du ganz oder willst du nicht?, der sollte lieber seine Sache nicht mit der christlichen vermengen, und damit wäre der christliche Sache nur gedient, denn er hat mit Christus nichts mehr gemein.

Die Religion Christi ist nicht der Leckerbissen nach dem Brot, sondern sie ist Brot oder nichts. Das wenigstens sollte man verstehen und zugeben, sofern man sich Christ nennt.

D. Bonhoeffer in einem Gemeindevortrag vom 11.12.1928; DBW 10.302f; In: Manfred Weber (Hg.) Dietrich Bonhoeffer von A bis Z; Gütersloh 2010, S. 27)

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