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Teresa von Avila, Vida 22,10 „Jesus als Gefährte“

17.10.20_Teresa_Avila_3.pdf

Wir sind keine Engel, wir haben einen Leib. Wir sollten uns auch nicht wünschen, Engel zu sein. Normalerweise müssen wir uns beim Denken an etwas halten. Manchmal aber geht unser Inneres aus sich selbst heraus und ist von Gott so erfüllt, dass wir, um uns zu sammeln, niemand nötig haben. Oft aber sind wir beschäftigt. Verfolgungen oder Leiden stürmen auf uns ein, wir fühlen uns innerlich trocken – finden keine Ruhe. Da ist Christus ein guter Freund für uns. Wir sehen ihn als Menschen, schwach, leidend, als unseren Gefährten. Haben wir uns daran gewöhnt, dann fällt es uns leicht, an ihn zu denken. Manchmal aber können wir weder das eine noch das andere. Dann sollen wir nicht nach Trost suchen, sondern einfach das Kreuz umfassen. Auch der Herr war oft allein im Leiden.

Lassen wir ihn nicht im Stich!

In: Teresa von Avila, Freundschaft, die trägt. Hg von Gudrun Griesmayr. München-Zürich-Wien 2015, S. 31

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