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Aus der kleinen Quelle von Taizé

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Auch wenn du keinen fühlbaren Widerhall spüren solltest, die geheimnisvolle Gegenwart Christi weicht nie von dir. Es mag dir vorkommen, als regen sich Zweifel – in dir ist jedoch vor allem das Wunder seiner steten Gegenwart.

Manchmal überraschst du dich dabei, ihn zu fragen: Was erwartest du von mir?

Und du sagst zum Auferstandenen: Höre, höre mein Kindergebet, gib, dass ich in jedem Augenblick dir alles anvertraue.

Gott könnte ohne unser Gebet auskommen. Es ist ein Geheimnis, dass er so großen Wert darauflegt.

Er versteht alle Sprachen der Menschen. Dich still in seiner Nähe halten heißt schon beten: deine Lippen bleiben geschlossen, aber dein Herz spricht zu ihm. Durch den Heiligen Geist betet Christus in dir, mehr als du denkst. (vgl. Röm 8,26)

Im gemeinsamen Gebet lässt der Geist des Lobpreises den einen oder anderen Widerschein des Unsichtbaren erkennen. Dort empfängst du unvermittelt einen Sinn. Und es erfüllt dich das Staunen einer Liebe.

Beunruhige dich nicht, wenn du beim gemeinsamen Gebet manchmal unaufmerksam bist. Die einfache Anwesenheit belegt bereits deine Erwartung des lebendigen Gottes; sie ist Vorspiel der Kontemplation.

In: Gisbert Greshake (Hg.) Quellen geistlichen Lebens IV: Die Gegenwart; Mainz 1993, 273

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