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Wer ist dieser Jesus?

Impuls von Agnes Donhauser

Aus dem Evangelium nach Matthäus (Mt 26,14-25)

51 Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod

nicht schauen.

52 Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt wissen wir, dass du von einem Dämon besessen bist.

Abraham und die Propheten sind gestorben, du aber sagst: Wenn jemand an meinem Wort

festhält, wird er auf ewig den Tod nicht erleiden.

53 Bist du etwa größer als unser Vater Abraham? Er ist gestorben und die Propheten sind

gestorben. Für wen gibst du dich aus?

54 Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst verherrliche, ist meine Herrlichkeit nichts. Mein Vater ist

es, der mich verherrlicht, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott.

55 Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn

nicht, so wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest.

56 Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich.

57 Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben?

58 Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich.

59 Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel.

 

Gedanken zum Evangelium:

Wer ist Jesus? Diese Frage zieht sich durch alle Evangelien. Je nach Situation und gefragten Personen fallen die Antworten unterschiedlich aus. Elija oder ein anderer bedeutender Prophet, ein Verrückter, ein zum Hochstapler gewordener Zimmermannssohn, der verheißene Messias, ein wunderbarer Arzt oder jemand, der mit dem Bösen im Bunde steht. Letzteres musste sich Jesus im heutigen Evangelium mal wieder anhören. Kurz vorher hat er ordentlich für Irritation gesorgt: „Wer mein Wort hält, wird ewig den Tod nicht schauen.“ Unbegreiflich. Jenseits aller menschlichen Kategorien. Kein Mensch kann dem Tod ausweichen und schon gar nicht besiegen. Von daher kein Wunder, dass diese Aussage massive Widerstände hervorruft.

So etwas kann nur jemand sagen, der mehr als ein Mensch ist. Allerdings erscheint es auf den ersten Blick mit einem strengen Monotheismus nicht vereinbar, dass es so jemanden gibt.

Für die ersten christlichen Theologen und frühen Konzilien war genau das ein Problem, welches lange hitzigst diskutiert wurde und Spaltungen hervor rief. Wer ist dieser Jesus genau, auf den wir uns berufen? Er lebte als Mensch auf Erden. Trotzdem ist er niemand, der einfach zufällig einen besonderen Auftrag bekommen hat. Jesus sagt, dass Gott sein Vater ist. Folglich muss Jesus auch irgendwie Gott sein. Aber wie ist das mit dem Glauben an nur einen Gott vereinbar? Nach vielem Ringen entstand eine Aussage, die heute ganz vertraut und selbstverständlich im Glaubensbekenntnis gebetet wird: Jesus Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Er ist schon immer Gottes Sohn gewesen und lebte als Mensch auf Erden. Jesus ist derjenige, der Gott und den Menschen so nahe stand und steht, dass er den Tod besiegen konnte, indem er alle Schuld und alles Leid auf sich nahm, am Kreuz starb und von Gott auferweckt wurde. In weltlichen Kategorien unbegreiflich, aus der Sicht des Glaubens einfach wunderbar: Jesus Christus ist der, der aus Gottes unendlicher Liebe zu den Menschen, allen den Weg zu seinem und unserem Vater eröffnet hat. Wenn ich mir das so überlege, unbegreiflich und zum Staunen, wie sehr sich Gott um uns sorgt. Und so können wir uns immer wieder - so wie wir sind - mit allen Sorgen und Ängsten, Lob und Dank, vertrauensvoll an Gott wenden.

 

 

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