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Tagesimpuls 2. April 2021 – Karfreitag

Röm 15,7-13 „Zuspruch“ oder „Ein Ja zu den anderen finden“

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Bibeltext

7 Darum nehmt einander an, wie auch Christus uns angenommen hat, zur Ehre Gottes! 8 Denn, das sage ich, Christus ist um der Wahrhaftigkeit Gottes willen Diener der Beschnittenen geworden, um die Verheißungen an die Väter zu bestätigen; 9 die Heiden aber sollen Gott rühmen um sein Erbarmen willen, wie geschrieben steht: Darum will ich dich bekennen unter den Heiden und deinem Namen lobsingen. 10 An anderer Stelle heißt es: Ihr Heiden, freut euch mit seinem Volk! 11 Und es heißt auch: Lobt den Herrn, alle Heiden, preisen sollen ihn alle Völker! 12 Und Jesaja sagt: Kommen wird der Spross aus der Wurzel Isais; er wird sich erheben, um über die Heiden zu herrschen. Auf ihn werden die Heiden hoffen. 13 Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und mit allem Frieden im Glauben, damit ihr reich werdet an Hoffnung in der Kraft des Heiligen Geistes.

 

Impuls:

Wie mit unterschiedlichen Ansichten in der Kirche umgehen? Einfach schweigen oder harte Diskussionen? Natürlich muss auch in der Kirche gerungen werden um die Frage nach dem richtigen Weg. Paulus aber sieht die Spannung zwischen den unterschiedlichen Überzeugungen in der Gemeinde in Rom schon überwunden durch Christus, der in seinem Tod die Trennung zwischen Juden und Heiden schon aufgehoben hat. Verschiedene Ansichten im Blick auf die Verkündigung der frohen Botschaft hängen nicht zuletzt von der Andersartigkeit der Zielgruppe ab. Paulus wehrt sich gegen starren Dogmatismus und christliche Rechthaberei. Alles geht um die Mission, den Auftrag Jesu, allen Menschen die frohe Botschaft zu bringen. Menschen aber sind verschieden, leben in unterschiedlichen Kulturen und Milieus. Natürlich braucht es ein Fundament des Glaubens, auf dem alle stehen. Die eine verbindende Botschaft von der Rechtfertigung durch Jesus Christus und sein Kreuz darf aber unterschiedliche Wege finden, um die Menschen zu erreichen. Das ist sowohl für das Gespräch zwischen den christlichen Konfessionen als auf für den Umgang mit unterschiedlichen Ansichten in unserer Kirche entlastend.

Das gemeinsame Anliegen muss aber die befreiende und freudige Weitergabe des Glaubens sein, „damit ihr von Hoffnung überfließt in der Kraft des Heiligen Geistes.“ Heute begehen wir den Karfreitag, den Tag der Trauer und des Gedächtnis des Leidens und Sterben Jesu, aber auch den Tag, der unseren Blick weitet für die Menschen, die heute trauern, leiden, gedemütigt werden. Auch unsere Kirche verkörpert zurzeit mehr das Wesen des Karfreitags als österliche Freude. Das Kreuz aber will unseren Blick weiten und zum Zeichen der Zukunft werden, damit wir überfließen von Hoffnung und so noch andere in den großen Strom des Glaubens mithineinzunehmen. Sven Johannsen, Pfarrer

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