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Aus der Regel des Heiligen Benedikt RB 42,1.8

Tagesimpuls_20.11.20.pdf

Die Mönche müssen das Schweigen immer üben, besonders aber während der Stunden der Nacht… Wenn Sie aus der Komplet kommen, ist es niemanden mehr erlaubt, mit irgendjemand über irgendetwas zu reden.“

 

Schwester Johanna Domek OSB schreibt dazu:

 Die Nacht ist heute nicht mehr das, was sie damals war. Viel von unserem Lebensraum hast sich in den Abend verschoben. Fast alle Schreibtischarbeit mache ich am Abend, und auch diese Texte hier sind meistens bei Nacht geschrieben. Wenn sich die äußeren Formen geändert haben, müssen wir um so deutlicher achtgeben, wie wir den Inhalt, den sie bargen, weitertragen.

Die Nacht ist Raum der Stille, Raum des Schweigens, Raum des Stillhaltens, Raum des Aushaltens - nicht nur die Nacht, aber sie von ihrer Natur her, in der das Licht abnimmt und die Farben ins Dunkel geraten.

Vielleicht sind wir keine Könner, werden vielleicht nie Meister, aber wir kommen im spirituellen Leben nicht umhin, das Stillschweigen zu üben, wirklich und konkret zu üben. Wie übe ich das? Welche Momente und Übungen gibt es da für mich?

 

In: Johanna Domek; Benediktinische Impulse; Münsterschwarzach 2015, S. 250

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