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Glaube braucht Beziehung

von Agnes Donhauser

 Evangelium: Joh 16, 12-15

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.

Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird.

Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden.

Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.

 

 

Gedanken zum Evangelium

 

Was, du arbeitest für die Kirche? Das ist ja interessant. Warum das denn? Und: Was machst du da so?

Schon sehr oft habe ich solche und ähnliche Fragen gestellt bekommen, seit ich mich dazu entschieden habe, Theologie zu studieren und danach Pastoralassistentin zu werden. Manchmal wurden diese Fragen aus rein sachlichem Interesse an meinem Beruf gestellt, manchmal waren sie auch der Anfang von mehr oder minder intensiven Gesprächen über die Kirche und Glauben im Allgemeinen.

Und schon ging es nicht mehr nur um Beruf-Smalltalk, sondern um meine Sichtweise als Christin und Teil der Kirche und damit auch um meine eigene Beziehung zu Gott.

Glaube gehört mit zum Persönlichsten eines Menschen. Er prägt den Alltag und scheint in unserem Tun durch. Aber darüber reden? Unter Freunden, in der Familie oder in kleineren Gruppen von Gleichgesinnten geht das ja ganz gut. Aber im Austausch mit Anderen, die man vielleicht nicht mal wirklich kennt, und die eben nicht automatisch den gleichen religiösen Hintergrund haben, ist es durchaus schwieriger die richtigen Worte zu finden.

Wie kann ich etwas vermitteln, das eben nicht einfach nur auf messbare Fakten gestützt erklärt werden kann, sondern eben mit Glauben zu tun hat?

Eine Herausforderung, die sich uns heute stellt, vor der sich aber schon die Jünger Jesu, wenn auch unter deutlichst schwierigeren Bedingungen, gesehen haben dürften.

Glaube war damals in allen möglichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens präsent. Trotzdem war es eine große Herausforderung, von einer Glaubensüberzeugung Zeugnis zu geben, die nicht zum religiösen Mainstream gehörte

. Aber wie haben das die ersten Frauen und Männer in der Nachfolge Jesu Christi geschafft?

Kurz gesagt: Durch Beziehungen. Schon das Wirken des Heiligen Geistes wird als innertrinitarisches Beziehungsgeschehen dargestellt. Und in diese innige Beziehung werden die Jünger mit hineingenommen, als sie den Heiligen Geist empfangen, der sie in die ganze Wahrheit des Glaubens einführt. Aber dabei bleibt es nicht. Das Beziehungsgeflecht geht weiter, denn der Heilige Geist treibt die Jünger an, von Gott und seiner Botschaft zu erzählen.

Was für die Jünger damals galt, gilt auch uns heute. Auch wir haben Gottes Geist empfangen und stehen so mit Gott und unseren Mitmenschen in Verbindung. Genauso wie durch die Jünger kann auch durch uns Gottes Liebe zu allen Menschen in authentischer Weise weiter gegeben und erfahrbar werden - Sei es wirklich im Gespräch über Gott und die Welt oder eben durch unsere je eigene Art, wie wir unser Leben leben.

 

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