headeroben

Josef Ratzinger (Papst Benedikt XVI) über das Singen:

22.11.2020_Caecilia.pdf

Der Heilige Geist ist es, der zuerst David und dann durch ihn Israel und die ganze Kirche singen lehrt, ja, das Singen ist als Übersteigen des gewöhnlichen Redens als solches ein pneumatisches Ereignis. Kirchenmusik entsteht als „Charisma“, als Geistesgabe: Sie ist die wahre Glossolalie, die neue, vom Geist kommende „Zunge“. In ihr vor allem ereignet sich die „nüchterne Trunkenheit des Geistes“ - Tunkenheit, weil alle Möglichkeiten der bloßen Rationalität überschritten werden. Aber nüchtern bleibt dieser „Rausch“, weil Christus und der Geist zusammengehören, weil diese trunkene Sprache doch ganz in der Zucht des Logos bleibt, in einer neuen Rationalität, die über alle Worte hinaus dem einen Urwort dient, das der Grund aller Vernunft ist.

 

In: Josef Ratzinger; der Geist der Liturgie. Freiburg im Br. 2000, 3. Auflage; S. 120f.

­