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Donnerstag der dritten Osterwoche -

Apg 8,26-40

22.4.2021_Apg_829.pdf

Lesung aus der Apostelgeschichte

26 Ein Engel des Herrn sagte zu Philippus: Steh auf und zieh nach Süden auf der Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt. Sie führt durch eine einsame Gegend.

27Und er brach auf. Nun war da ein Äthiopier, ein Kämmerer, Hofbeamter der Kandake, der Königin der Äthiopier, der ihren ganzen Schatz verwaltete. Dieser war nach Jerusalem gekommen, um Gott anzubeten, 28und fuhr jetzt heimwärts. Er saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja.

29Und der Geist sagte zu Philippus: Geh und folge diesem Wagen.

30Philippus lief hin und hörte ihn den Propheten Jesaja lesen. Da sagte er: Verstehst du auch, was du liest?

31Jener antwortete: Wie könnte ich es, wenn mich niemand anleitet? Und er bat den Philippus, einzusteigen und neben ihm Platz zu nehmen.

32Der Abschnitt der Schrift, den er las, lautete: Wie ein Schaf wurde er zum Schlachten geführt; und wie ein Lamm, das verstummt, wenn man es schert, so tat er seinen Mund nicht auf.

33In der Erniedrigung wurde seine Verurteilung aufgehoben. Seine Nachkommen, wer kann sie zählen? Denn sein Leben wurde von der Erde fortgenommen.

34Der Kämmerer wandte sich an Philippus und sagte: Ich bitte dich, von wem sagt der Prophet das? Von sich selbst oder von einem anderen?

35Da begann Philippus zu reden, und ausgehend von diesem Schriftwort verkündete er ihm das Evangelium von Jesus.

36Als sie nun weiterzogen, kamen sie zu einer Wasserstelle. Da sagte der Kämmerer: Hier ist Wasser. Was steht meiner Taufe noch im Weg?

38Er ließ den Wagen halten, und beide, Philippus und der Kämmerer, stiegen in das Wasser hinab, und er taufte ihn.

39Als sie aber aus dem Wasser stiegen, entführte der Geist des Herrn den Philippus. Der Kämmerer sah ihn nicht mehr, und er zog voll Freude weiter. 40Den Philippus aber sah man in Aschdod wieder. Und er wanderte durch alle Städte und verkündete das Evangelium, bis er nach Cäsarea kam.

 

Impuls:
„Verstehst du, was du liest?“, fragt Philippus, einer der prominenten Vertreter des Diakonenkreis, den
äthiopischen Kämmerer und zeigt exemplarisch einen Weg des Christwerdens, der bis heute Gültigkeit. Die erste Begegnung mit dem Wort Gottes ruft nach einer tieferen Deutung durch erfahrene Zeugen, die sich durch Authentizität auszeichnen. Wer aber vom Wort Gottes angesprochen wird, der wird auch zur Entscheidung herausgefordert, in der Taufe sich zu ihm zu bekennen. Bei der Neugestaltung der Stadtpfarrkirche war die heutige Lesung ein Leitgedanken für die Positionierung wichtiger liturgischer Orte. So empfängt den Besucher, unabhängig ob gläubig oder nicht, immer das aufgeschlagene Wort Gottes im Eingangsbereich nach dem Hauptportal. Es lädt ein, Jesus näher kennenzulernen. Dazu aber muss ich in die Tiefe gehen, die Treppen hinabsteigen bis zum Taufstein, der seinen Platz dort gefunden hat, wo die Wege der Kirche sich kreuzen und die alte Kirche vor der Erweiterung im 15. Jahrhundert ihr Eingangsportal hatte. Karl Rahner hat uns als „Hörer des Wortes“ beschrieben. Die Taufe macht uns zu Christen, aber nicht selbstverständlich zu Christus-Gläubigen. Der Ausgangspunkt bleibt immer das Wort Gottes, das uns anspricht und uns zur Entscheidung ruft. Auch wenn wir heute die Taufe am Anfang eines Lebens feiern, hat sich dieser Weg nicht grundsätzlich verändert. Die Taufe ist kein magischer Schutzschild gegen das Böse oder die Blanko-Eintrittskarte in den Himmel. Das Hören auf Gottes Wort zeigt uns den rechten Weg als Kinder Gottes, die wir in der Taufe durch den Empfang des Heiligen Geistes geworden sind. Sven Johannsen, Pfarrer

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