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von Kaplan Frank Elsesser

Reisen und Begegnungen

 

„Es kommt niemals ein Pilger nach Hause, ohne ein Vorurteil weniger und eine neue Idee mehr zu haben“ soll der heilige englische Staatsmann Sir Thomas Morus einmal gesagt haben.

An diesem langen Wochenende, wo die sonst viele verreisen und in der Zeit wo sich viele Fragen wie dieses Jahr, trotz Corona-Pandemie, ihr Urlaub aussehen kann fällt mir dieser Satz immer wieder ein.

 

Diesen Satz will ich ihnen heute mitgeben.

Pilgern ist einen Weg bewusst zu gehen - bei dem es darum geht, mit und zu Gott zu kommen. Somit ist Pilgern modern und etwas, was uns gut tut.

Wir sind dann auch schnell bei dem schönen alten Bild, welches uns zeigt, dass unser ganzes Leben eine Pilgerreise zu Gott ist.

Wenn wir Verreisen ist bei den meisten von uns nicht als solcher Weg zu Gott gedacht.

Urlaube und Reisen sollen dazu da sein, mehr Zeit mit lieben Menschen zu verbringen, die Kraftreserven für den Alltag aufzutanken und neue und schöne Erinnerungen zu schaffen.

Aber gerade Beziehungen, Orte und Begegnungen lassen uns Menschen oft Gottes Nähe und Wirklichkeit erfahren.

Wenn wir eine schöne und harmonische Zeit mit uns lieben Menschen verbringen, sind wir in unserer Zufriedenheit mehr bei uns und näher bei Gott. Und wie viel leichter fällt es uns an Gottes Gegenwart zu glauben, wenn wir vor einem Wunder der Natur stehen.

Wenn wir das so betrachten, kann eine Reise etwas sein, das uns auf vielerlei Arten zu Gott führt und so auch eine Form des Pilgerns ist. Wenn wir allerdings das Erfahrene nicht auf das Fundament einer tragfähigen Gottesbeziehung stellen, bleibt es leider nur ein Eindruck, ein Gefühl, eine „Eintagsfliege“ in unserem Glauben.

 Dass wir dann durch Reisen und dem Umgang mit fremden Personen und Kulturen unsere Vorurteile abbauen können, ist keine neue These. Hier ist aber für mich wichtig, die Offenheit zu betonen, in der wir Menschen und ihren Gebräuchen gegenübertreten. Diese Offenheit für das Gegenüber und seine Kultur ist etwas, das wir auch im Alltag immer wieder einüben können und sollen. Wenn es wieder möglich ist auch wieder mehr als eine Bezugsperson zu treffen.

 Diese Offenheit ist es auch, die es uns ermöglicht, von Begegnungen neue Ideen für uns und unser Leben mitzubringen. Schauen sie wenn Sie mal wieder verreisen also nicht nur auf schöne Mitbringsel, sondern auch, ob Sie vielleicht eine neue Idee mit nach Hause bringen können.

 Zum Schluss wünsche ich ihnen allen schöne Zeit - ob zu Hause oder in der Fremde. Haben Sie viele gute Begegnungen mit Gott und wo möglich mit den Menschen.

 Kaplan Frank Elsesser,

Impuls_22.5.2020.pdf

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