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Tagesimpulse in der Fastenzeit 2021 - Gedanken zum Römerbrief - 23.2.2021

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Im heutigen Ausschnitt aus dem Römerbrief hören wir das Schlussplädoyer des Apostels Paulus. Er resümiert auf Basis seiner beiden vorausgegangenen prophetischen Gerichtsreden und seiner Ausführungen zur Treue Gottes, die wie in den letzten Tagen gehört haben, folgendermaßen:

 

Röm 3,9-20 – Schlussplädoyer der Anklage

 

9 Was heißt das nun? Sind wir im Vorteil? Nicht unbedingt. Denn wir haben vorher die Anklage erhoben, dass alle, Juden wie Griechen, unter der Herrschaft der Sünde stehen,

10 wie geschrieben steht: Es gibt keinen, der gerecht ist, auch nicht einen;

11 es gibt keinen Verständigen, keinen, der Gott sucht.

12 Alle sind abtrünnig geworden, alle miteinander taugen nichts. Es gibt keinen, der Gutes tut, auch nicht einen Einzigen.

13 Ihre Kehle ist ein offenes Grab, mit ihrer Zunge betrügen sie; Schlangengift ist auf ihren Lippen.

14 Ihr Mund ist voll Fluch und Gehässigkeit.

15 Schnell sind ihre Füße, Blut zu vergießen;

16 Verderben und Unheil sind auf ihren Wegen

17 und den Weg des Friedens kennen sie nicht.

18 Die Gottesfurcht steht ihnen nicht vor Augen.

19 Wir wissen aber: Was das Gesetz sagt, sagt es denen, die unter dem Gesetz leben, damit jeder Mund gestopft und die ganze Welt vor Gott schuldig wird.

20 Denn aus Werken des Gesetzes wird niemand vor ihm gerecht werden; denn durch das Gesetz kommt es nur zur Erkenntnis der Sünde.

 

 

 

 

 

 

 

 

Auslegende Gedanken

 

Paulus resümiert also in der heutigen Bibelstelle. Was zählt vor Gott? Die Werke? Penibles Einhalten seiner Gesetze? Und: Kann ein Mensch überhaupt vor Gott bestehen?

Schon in den beiden Anklagereden, die wir in den letzten Tagen gehört haben, macht der Apostel unmissverständlich deutlich, dass es kein Mensch selber in der Hand hat vor Gott als Gerechter oder Gerechte dazustehen.Im heutigen Text verwendet er nochmal drastische Worte, um das herauszustellen: Alle miteinander taugen nichts. Überall gibt es Hass, Gewalt und Unehrlichkeit.

Was bedeutet das jetzt? Noch mehr reflektieren? Noch mehr jeden Handgriff und jeden Gedanken genaustens zu prüfen, um ja nichts falsch zu machen? Oder sich zu denken: „Ist doch eh egal, was ich mache. Wie man's macht ist's eh falsch“?

Diese Spannung löst sich im heutigen Ausschnitt aus dem Römerbrief noch nicht auf.

Der Apostel zeigt jedenfalls, dass er das Gesetz nicht ablehnt, sondern seinen jüdischen Wurzeln treu bleibt. Im Gesetz sieht er eine Reflexionsfolie für das eigene Denken und Handeln. Es hilft zu erkennen, was Gott und den Mitmenschen gegenüber gut und richtig, bzw. Fehlverhalten ist und entsprechend nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln.

Die Erlösung kann sich ein Mensch damit aber nicht erarbeiten, denn sie kommt von Gott selber.

 

Einen guten Tag wünscht Ihnen

Pastoralassistentin Agnes Donhauser

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