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Tagesimpuls 24.3.2021 - Samstag der dritten Osterwoche

Apg 9,31-46

24.4._Apg_932.pdf

Lesung aus der Apostelgeschichte

In jenen Tagen 31 hatte die Kirche in ganz Judäa, Galiläa und Samarien Frieden; sie wurde gefestigt und lebte in der Furcht vor dem Herrn. Und sie wuchs durch die Hilfe des Heiligen Geistes.

32 Auf einer Reise zu den einzelnen Gemeinden kam Petrus auch zu den Heiligen in Lydda.

33 Dort fand er einen Mann namens Äneas, der seit acht Jahren lahm und bettlägerig war.

34 Petrus sagte zu ihm: Äneas, Jesus Christus heilt dich. Steh auf, und richte dir dein Bett! Sogleich stand er auf.

35 Und alle Bewohner von Lydda und der Scharon-Ebene sahen ihn und bekehrten sich zum Herrn.

36 In Joppe lebte eine Jüngerin namens Tabita, das heißt übersetzt: Gazelle. Sie tat viele gute Werke und gab reichlich Almosen.

37 In jenen Tagen aber wurde sie krank und starb. Man wusch sie und bahrte sie im Obergemach auf.

38 Weil aber Lydda nahe bei Joppe liegt und die Jünger hörten, dass Petrus dort war, schickten sie zwei Männer zu ihm und ließen ihn bitten: Komm zu uns, zögere nicht!

39 Da stand Petrus auf und ging mit ihnen. Als er ankam, führten sie ihn in das Obergemach hinauf; alle Witwen traten zu ihm, sie weinten und zeigten ihm die Röcke und Mäntel, die Gazelle gemacht hatte, als sie noch bei ihnen war.

40 Petrus aber schickte alle hinaus, kniete nieder und betete. Dann wandte er sich zu dem Leichnam und sagte: Tabita, steh auf! Da öffnete sie ihre Augen, sah Petrus an und setzte sich auf.

41 Er gab ihr die Hand und ließ sie aufstehen; dann rief er die Heiligen und die Witwen und zeigte ihnen, dass sie wieder lebte.

42 Das wurde in ganz Joppe bekannt, und viele kamen zum Glauben an den Herrn.

 

Impuls:

Nach seinem Christuserlebnis von Damaskus verschwindet Paulus für einige Zeit aus dem Blickfeld der Lesungen. Aufgrund seiner engagierten Predigt muss er aus Damaskus fliehen und zieht sich nach Tarsus zurück. Petrus und die Urgemeinde kehren zurück in den Mittelpunkt der Darstellung. Lukas hat den Leser schon informiert, dass die Apostel und mit ihnen wohl der hebräische Kern der Urgemeinde trotz Verfolgung in Jerusalem bleiben konnten. Mittlerweile aber ist durch die Geflohenen der Glaube an Jesus Christus im ganzen Land eingepflanzt worden. Dauerhaft wird also das Miteinander von Zentrum und Missionsgebiet zur Herausforderung werden. So treffen wir heute die Führungspersönlichkeit der frühen Kirche, Petrus, auf einer Reise zu den Gemeinden, die sich in dieser Zeit gebildet haben, als den Garanten für ihre Daseinsberechtigung. Die Gemeinden haben nun Frieden und das Leben in ihnen blüht. Dem Petrus gilt das Privileg, der erste große Seelsorger und das einende Band der Kirche zu sein. Engagiert ist er unterwegs, stärkt die Schwestern und Brüder und vollbringt im Namen Jesu Werke der Heilung. Petrus zeichnet es aus, dass er dieses Wunder nicht als seine Leistung darstellt, sondern ausdrücklich auf Jesus Christus verweist. In Joppe nimmt er sich den Propheten Elija zum Beispiel, der durch das intensive Gebet der Witwe von Sarepta ihren toten Sohn zurückgibt. Totenerweckungen sind die machtvollsten Zeichen der Nähe Gottes. Jesus weckt die Tochter des Synagogenvorstehers Jairus vom Totenbett auf und gibt der Mutter des Jünglings von Nain, den man schon zur Bestattung trägt, den Sohn wieder. Petrus steht nicht über Jesus, aber auch nicht hinter dem Propheten Elija. Sein Gebet zeigt, dass seine Kraft allein aus Gott kommt, der Herr über Leben und Tod ist, und dass er Prophet und Gesandter ist wie Elija.

Schrittweise weitet sich der Kreis. Von Jerusalem aus dringt das Evangelium in die Orte Israels vor. In Joppe wird sich der nächste große Wendepunkt ereignen, von dem uns Lukas im Folgenden erzählt.

Sven Johannsen, Pfarrer

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