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Zum Tag des Heiligen Johannes d. T. - 

Wendezeit in unserem Leben

 Impuls_Johannes_2020.pdf

 

Das, was die Menschen seit jeher mit der Sonnenwende verbunden haben, hat die Kirche in Johannes dem Täufer erfüllt gesehen. Er steht an der Wende vom Alten zum Neuen Testament. …

Johannes steht zu Beginn des Heilsjahres, er kündigt es an. Wenn die Sonne abnimmt, nimmt gleichsam die alte Botschaft von der Umkehr und Buße ab und die Sonne der Barmherzigkeit, die in Jesus aufleuchtet, wird stärker. Johannes der Täufer steht für die Wendezeiten in uns. Auch in uns müssen die Lebensmuster losgelassen werden. Was für die erste Lebenshälfte galt, das gilt nicht für die zweite Lebenshälfte. So hat es C.G. Jung in seinem Aufsatz über die Lebensmitte geschrieben. Die Kraft, mit der wir in der ersten Lebenshälfte unser Leben anpacken, muss verwandelt werden in Sensibilität. Das Verliebtsein, das uns in die Ehe führt, muss abgelöst werden durch eine innere Liebe, die nicht mehr so heiß isst wie die Sonne der ersten Lieben. Aber wenn die Liebe sich nicht wandelt, wird auch die Ehe nicht gelingen. Alles in unserem Leben muss sich wandeln, damit es lebendig bleibt: unsere Arbeit, unser Lebensstil, unsere Beziehungen, unser Umgang mit der Zeit. Was die Kirche mit Johannes dem Täufer und der Sonnenwende verbindet, ist somit ein Weg, damit unser Leben durch alles Wendezeiten und Wandlungen gelingt.

Anselm Grün; Bilder der Seele, die heilende Kraft des Kirchenjahres; Münsterschwarzach´2016, 108

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