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Lesung aus der Apostelgeschichte Apg 11,19-26

27.4.2021_Apg_1119-26.pdf

In jenen Tagen

19kamen bei der Verfolgung, die wegen Stephanus entstanden war, die Versprengten bis nach Phönizien, Zypern und Antiochia; doch verkündeten sie das Wort nur den Juden.

20Einige aber von ihnen, die aus Zypern und Zyrene stammten, verkündeten, als sie nach Antiochia kamen, auch den Griechen das Evangelium von Jesus, dem Herrn.

21Die Hand des Herrn war mit ihnen, und viele wurden gläubig und bekehrten sich zum Herrn.

22Die Nachricht davon kam der Gemeinde von Jerusalem zu Ohren, und sie schickten Barnabas nach Antiochia.

23Als er ankam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermahnte alle, dem Herrn treu zu bleiben, wie sie es sich vorgenommen hatten.

24Denn er war ein trefflicher Mann, erfüllt vom Heiligen Geist und von Glauben. So wurde für den Herrn eine beträchtliche Zahl hinzugewonnen.

25Barnabas aber zog nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen.

26Er fand ihn und nahm ihn nach Antiochia mit. Dort wirkten sie miteinander ein volles Jahr in der Gemeinde und unterrichteten eine große Zahl von Menschen. In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen.

Impuls:
Was mit der Taufe des römischen Hauptmanns Cornelius durch Petrus in Gang gesetzt wurde, wird zur Welle, die die Grenzen des Judentums sprengt, sowohl religiös als auch räumlich. Das Evangelium überschreitet den rein jüdischen Kontext und findet Aufnahme auf der Insel Zypern und in der Weltstadt Antiochia am Orontes, die damals drittgrößte Stadt des römischen Weltreichs in der heutigen Türkei. Ein neues Zentrum bildet sich weit entfernt von Jerusalem, der eher provinziellen Hauptstadt Israels.

Barnabas, von der Insel Zypern stammend, erinnert an Menschen, die uns auch aus unseren Gemeinden vertraut sind: Er ist ein gelassener und ernsthafter Mensch, der seinen Glauben konsequent lebt. Wir hören von ihm, dass er die Gemeinde mit einer großen Spende unterstützt. Er hat einen vermittelnden Charakter, der ihm auch hilft, lange mit Paulus zusammenzuarbeiten, dessen Wesen eher aufbrausend gewesen war. Aber er scheut auch nicht den Konflikt mit Paulus, so dass er sich später trennen wird, weil ein gemeinsames Miteinander nicht mehr möglich ist. Sein Name wird „Sohn des Trostes“ gedeutet, was möglicherweise auf seine empathischen Fähigkeiten schließen lässt. In jedem Fall ist er ein Mensch, der sich nicht in den Vordergrund drängt und dennoch wahrgenommen wird. So senden ihn die Apostel zu dieser heiklen Mission nach Antiochia im Wissen, dass es an ihm hängt, die Verbindung zwischen Juden- und Heidenchristen, aber noch zwischen dem aufstrebenden Zentrum Antiochia im Norden, in dem erstmals die Bezeichnung „Christen“ aufkommt, und der Urgemeinde in Jerusalem zu halten.

In vielen Situationen kommt es auf die richtigen Personen an, die in den Zerreißproben zwischen Bewahren und Erneuern den richtigen Ton und den richtigen Weg finden. So ist Barnabas auch für die Kirche unserer Tage ein wichtiges Vorbild und ein guter Fürsprecher.

 

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