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Hochfest der Apostel Petrus und Paulus

  Aus der Predigt von Papst Benedikt am 29.6.2012

29.6.2020_Peter_und_Paul.pdf

Vor der Petersbasilika stehen bekanntlich zwei imposante Statuen der Apostel Petrus und Paulus, die leicht an ihren Attributen – den Schlüsseln in der Hand des Petrus und dem Schwert in den Händen des Paulus – zu erkennen sind. Auch auf dem Hauptportal der Basilika Sankt Paul vor den Mauern sind Szenen aus dem Leben und aus dem Martyrium dieser beiden Säulen der Kirche gemeinsam dargestellt. Die christliche Überlieferung betrachtet von je her die heiligen Petrus und Paulus als untrennbar – zusammen stehen sie tatsächlich für das ganze Evangelium Christi. In Rom hat dann ihre Verbindung als Brüder im Glauben eine besondere Bedeutung erlangt. Die christliche Gemeinde dieser Stadt sah sie nämlich als eine Art Gegenaltar zu den mythischen Gestalten von Romulus und Remus, dem Brüderpaar, auf das man die Gründung Roms zurückführte. Man könnte auch noch an eine andere kontrastierende Parallele denken, ebenfalls zum Thema der Bruderschaft: Das erste Brüderpaar der Bibel zeigt uns nämlich die Wirkung der Sünde, als Kain den Abel tötet. Dagegen haben Petrus und Paulus, obwohl sie menschlich sehr verschieden waren und es in ihrer Beziehung nicht an Konflikten gefehlt hat, eine neue, nach dem Evangelium gelebte Art, Brüder zu sein, verwirklicht – eine authentische Art und Weise, die eben durch die in ihnen wirkende Gnade des Evangeliums Christi möglich wurde. Nur die Nachfolge Christi führt zur neuen Brüderlichkeit: Das ist die erste grundlegende Botschaft, die das heutige Hochfest jedem von uns überbringt und deren Bedeutung sich auch in dem Ringen um jene volle Gemeinschaft widerspiegelt, die der ökumenische Patriarch und der Bischof von Rom wie auch alle Christen ersehnen.

 

In: http://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/homilies/2012/documents/hf_ben-xvi_hom_20120629_pallio.html

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