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Nomen est Omen

Weihnachtlicher_Impuls_Nomen_est_Omen_3._Januar_2021.pdf

 Bestimmt kennen Sie die Redensart „Nomen est omen“, frei übersetzt: „der Name ist Programm“. Sie wird meist gebraucht, um auszudrücken, dass der Name eine Person treffend kennzeichnet. An diesem 3. Januar feiert die Kirche das weihnachtliche Fest des Namens Jesu. Ausgehend vom Evangelium nach Lukas, das uns das Geschehen Betlehems nahe bringt, schaut sie auf die ersten Tage im Leben Jesu: „Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, bevor das Kind im Mutterleib empfangen war.“ (Lk 2,21).

 Nomen est omen - bei Jesus ist der Name tatsächlich Programm. In seiner hebräischen Variante Jeschua bedeutet er: „Jahwe rettet“. Das Programm Gottes ist sein Sohn. Gott rettet uns durch Jesus, den wir Messias, Heiland, Erlöser, Retter nennen. Letztlich spricht das Neue Testament von nichts anderem als davon, dass Gott sich uns in Jesus Christus als der rettende, der heilende, der helfende Gott zugewandt hat. Ich finde, dieses Wissen - wenn man so möchte - bringt den Namen des Herrn noch mehr zum Klingen! Gott rettet, hilft, heilt!

 Es gibt eine ganz einfache Art mit diesem Namen zu beten. Wir kennen es aus der Ostkirche. Man konzentriert sich dabei einfach auf den Namen Jesus, in dem quasi alles enthalten ist: Jesus - immer wieder diesen Namen denken und aussprechen, sodass er in uns immer mehr gegenwärtig wird. Und so wächst Jesus in unserem eigenen Leben, hat seinen Platz in unserem Alltag, in allen Situationen und Begegnungen. Ich kann ihn z.B. im Bus still und in Gedanken immer wieder wiederholen und ihn mit meinem Atem sozusagen in mich hinein holen. Beim ausatmen könnte man das ins Gebet bringen, was einen gerade umgibt oder was beschäftigt: Jesus - segne diese Jugendlichen. Oder vorbeifahrend am Krankenhaus: Jesus - sei nahe den Kranken und Pflegekräften. Oder in der Familie: Jesus - hilf uns zu glauben. Jesus - schütze uns. Jesus - hilf meiner Frau, meinem Mann.

 

Nomen est Omen. So gewinnt der Retter, Heiland und göttliche Helfer immer mehr Kontur in meinem Leben. Jesus - dessen Name Programm für diese Welt ist und für dich und mich immer mehr sein will!

 Im Evangelium der Hl. Messe hören wir heute nocheinmal vom Wort, das Fleisch geworden ist. Es ist Jesus, der Mensch wurde. Er ist dieses Wort an uns. Rufen wir dieses Wort, rufen wir es an: Jesus. Dann geschieht mehr und mehr, was in einem wunderbaren Gebet so ausgedrückt ist:

 Denk du in mir, o Jesus, dann denk ich licht und klar.

 Sprich du aus mir, o Jesus, dann sprech ich mild und wahr.

 

Wirk du durch mich, o Jesus, gerecht ist dann mein Tun, geheiligt meine Arbeit, geheiligt auch mein Ruhn.

 

Jesus, durchdring mein ganzes Wesen, erfüll mein ganzes Sein, dass man aus mir kann lesen die große Liebe dein.

 

Eine schöne und gesegnete Weihnachtszeit unter dem Namen Jesu wünscht Ihnen

 

Ihr Pfarrvikar Christian Nowak

 

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