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Lichtträger

 Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. (Epheser 5,8-9)

 „Jeden Tag rufe ich zwei Bekannte an und erkundige mich, wie es ihnen geht.“ So erzählte mir vor wenigen Tagen eine Frau. Und sie fuhr fort: „Die Menschen freuen sich immer sehr darüber.“

 Die Anrufe jener Frau haben es – bildlich gesprochen – in dem Leben der anderen etwas heller gemacht. Sie haben gemerkt: „Da ist jemand, der Anteil annimmt, ja der sich um mich sorgt.“ Vielleicht war es für sie sogar das einzige Gespräch am Tag.

 Das heutige Bibelwort aus dem 5. Kapitel des Epheserbriefes lädt uns ein, als Kinder des Lichts zu wandeln und als solche, Licht in das Leben anderer zu tragen.

 

Vielleicht, indem wir unsere Verwandten, Freunde und Bekannten ebenfalls einmal anrufen, ihnen eine whats-App schicken oder sogar wieder einmal einen Brief schreiben.

Auf diese Weise zeigen wir unser Interesse und lassen sie unsere Nähe und unser Zugewandt sein spüren.

Aber es gibt sicher auch noch viele andere Möglichkeiten, es im Leben anderer heller zu machen. So habe ich von Menschen gehört, die sich am Abend auf ihren Balkon oder in den Garten stellen, um ihren Nachbarn mit ihrem Instrument ein ermutigendes Lied vorzuspielen.

Und andere nehmen sich bewusst Zeit, um für ihre Mitmenschen zu beten, von den nächsten Verwandten angefangen bis zum medizinischen Personal, den Verkäuferinnen und Politikern. So „schicken sie ihnen einen Engel“ (Martin Luther) und „stellen sie unter die besondere Aufmerksamkeit Gottes“ (Paul Deitenbeck).

 Die Motivation und Kraft für diese verschiedenen Möglichkeiten bekommen wir durch Jesus Christus. Durch ihn, unseren Herrn, sind wir, die wir früher Finsternis waren, nun Licht in dem Herrn, drückt es der Verfasser des Epheserbriefes aus (Epheser 5,8).

Das heißt: Durch Sein Leiden, Sterben und Auferstehen macht Jesus alle, die das für sich annehmen und ihm vertrauen, zu Kindern des Lichts. Als solche befähigt er uns,

sein Licht durch unser Leben an andere weiterzugeben und es heller bei ihnen zu machen.

 Dazu gehört für mich in der aktuellen Krisenzeit aber auch, die Sicherheitsvorschriften der Regierung konsequent einzuhalten und nicht zu versuchen, sie zu umgehen. Denn, so macht es unser heutiges Bibelwort deutlich: Zur Frucht des Lichts gehören neben der Güte auch Gerechtigkeit und Wahrheit.

 Leben wir also liebevoll und gütig, aber auch rechtschaffen und wahrhaftig.

So werden wir zu Lichtträgern gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit.

 Michael Kelinske

Evangelischer Pfarrer in Lohr am Main

Kelinske_-_Freitag_3-4-_20.pdf

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