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Tagesimpulse in der Fastenzeit am 30.03.2021

Röm 14,1-12 Mahnung zu Toleranz und Respekt

210330_Impuls_Römerbrief.pdf

 

Bibeltext:

1 Nehmt den an, der im Glauben schwach ist, ohne mit ihm über verschiedene Auffassungen zu streiten!

2 Der eine glaubt, alles essen zu dürfen, der Schwache aber isst nur Gemüse.

3 Wer Fleisch isst, verachte den nicht, der es nicht isst; wer aber kein Fleisch isst, richte den nicht, der es isst. Denn Gott hat ihn angenommen.

4 Wer bist du, dass du den Diener eines anderen richtest? Durch seinen eigenen Herrn steht oder fällt er. Er wird aber stehen; denn der Herr hat die Macht, ihm Stand zu geben.

5 Der eine nämlich bevorzugt bestimmte Tage, der andere aber macht keinen Unterschied zwischen den Tagen. Jeder soll von seiner eigenen Auffassung überzeugt sein.

6 Wer einen bestimmten Tag bevorzugt, tut es zur Ehre des Herrn. Und wer Fleisch isst, tut es zur Ehre des Herrn; denn er dankt Gott dabei. Und wer kein Fleisch isst, unterlässt es zur Ehre des Herrn und auch er dankt Gott.

7 Denn keiner von uns lebt sich selber und keiner stirbt sich selber:

8 Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.

9 Denn Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende. 10 Du aber, was richtest du deinen Bruder? Und du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden doch alle vor dem Richterstuhl Gottes stehen.

11 Denn es steht geschrieben: So wahr ich lebe, spricht der Herr, vor mir wird jedes Knie sich beugen und jede Zunge wird Gott preisen.

12 Also wird jeder von uns vor Gott Rechenschaft über sich selbst ablegen.

Impuls:

Was ist Respekt? Von seiner Wortherkunft kommt es vom Lateinischen „respectio“ was so viel wie Rückschau und Betrachtung im Sinne einer Beurteilung bedeutet. Ganz konkret ist Respekt eine Form der Wertschätzung. Soweit zur Definition. Es geht also bei Respekt nicht darum, dass mir die Ansichten von anderen gleichgültig sind, sondern, dass ich sie achte und anerkenne.

Paulus hat im Römerbrief eine konkrete Gemeinde an Gläubigen im Blick, die aber – das geht aus dem Abschnitt hervor – keineswegs homogen war. Im heutigen Abschnitt stellt er die Frage nach den Essgewohnheiten voran: Was ist besser: Vegetarier oder Fleischesser?

Während in heutigen Debatten noch die ethische Seite im Hinblick auf Tierwohl und Umweltaspekte zum Tragen kommt, beleuchtet Paulus die Frage anders. Vegetarier – oder hier: Gemüseesser – sind im Glauben schwächer, Fleischesser stärker. So führt es Paulus jedenfalls auf. Es wird erkennbar, dass Paulus sich dabei eher zu den Fleischessern zählt. Trotz dieser Differenzen, die von den Essgewohnheiten der einzelnen Gläubigen ausgehen, macht Paulus aber deutlich (V. 5): „Jeder soll von seiner eigenen Auffassung überzeugt sein“. Für mich bedeutet das vereinfacht:

Es steht mir nicht zu über andere zu urteilen, ihnen Vorschriften zu machen, was sie essen und wie sie nach meiner Meinung leben sollen. Denn ihr Leben ist nicht auf mich, sondern auf Gott ausgerichtet, wie Paulus betont. Das gilt es zu achten.

Diese Grundsätze tragen auch heute noch.

In unserer Gesellschaft aber eben auch ganz konkret unter den Christen gibt es eine große Vielfalt und ganz unterschiedliche Auffassungen. Es ist gut, dass wir nicht alle gleich sind und dass es verschiedene Ansichten gibt. Dennoch braucht es Richtlinien für ein gutes Miteinander.

Den Schlüssel dafür, den Paulus nennt und den ich bereits eingangs definiert habe, möchte ich an dieser Stelle noch einmal aufgreifen: Respekt. Ein respektvoller Umgang mit meinen Mitmenschen. Ein Umgang auf Augenhöhe und mit Wertschätzung. Denn es liegt schließlich auch in meiner Hand ein gutes Klima in meinem Umfeld aktiv mitzugestalten.

Mit diesen Gedanken wünsche ich Ihnen einen guten Tag.

Marie-Bernadette Reichert, Pastoralassistentin

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