headeroben

Lesung aus der Apostelgeschichte Apg 13,26-33

30.4.2021.pdf

In jenen Tagen, als Paulus nach Antiochia in Pisidien gekommen war, sagte er in der Synagoge:

26Brüder, ihr Söhne aus Abrahams Geschlecht und ihr Gottesfürchtigen! Uns wurde das Wort dieses Heils gesandt.

27Denn die Einwohner von Jerusalem und ihre Führer haben Jesus nicht erkannt, aber sie haben die Worte der Propheten, die an jedem Sabbat vorgelesen werden, erfüllt und haben ihn verurteilt.

28Obwohl sie nichts fanden, wofür er den Tod verdient hätte, forderten sie von Pilatus seine Hinrichtung.

29Als sie alles vollbracht hatten, was in der Schrift über ihn gesagt ist, nahmen sie ihn vom Kreuzesholz und legten ihn ins Grab.

30Gott aber hat ihn von den Toten auferweckt,

31und er ist viele Tage hindurch denen erschienen, die mit ihm zusammen von Galiläa nach Jerusalem hinaufgezogen waren und die jetzt vor dem Volk seine Zeugen sind.

32So verkünden wir euch das Evangelium: Gott hat die Verheißung, die an die Väter ergangen ist,

33an uns, ihren Kindern, erfüllt, indem er Jesus auferweckt hat, wie es schon im zweiten Psalm heißt: Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt.

Impuls:
„Unüberbietbar neu und fest verwurzelt im Heilsplan, der sich in den Heiligen Schriften zeigt“, so beschreibt die frühe christliche Predigt das Ostergeschehen. Wie Petrus ist auch Paulus
der Nachweis wichtig, dass es keinen absoluten Bruch in der Überlieferung gibt. In der Auferweckung seines Sohnes hat Gott die Verheißungen aller Zeiten erfüllt. Dafür zitiert Paulus den Krönungspsalm 2. Gott bestätigt durch die Auferstehung Jesus als seinen Sohn, Es ist aber keine Adoption, wie sie als Bild von der Krönung des Königs in Israel verstanden wurde, sondern eine Bestätigung. Er war immer der Herr und bleibt es auch am Kreuz. In seiner Auferstehung wird er als Sohn Gottes sichtbar für alle ein für allemal inthronisiert.

Auch hier verurteilt die Apostelgeschichte nicht pauschal alle Juden als „Gottesmörder“. Zum einen beschränkt Lukas in der Predigt des Paulus den Kreis der Verantwortlichen auf die Bewohner und Führer in Jerusalem, meint damit aber nicht alle konkreten Einwohner der Stadt zur Zeit der Kreuzigung, sondern jenen Teil des Volkes, der Jesus Christus ablehnt. Zum anderen handeln sie aus Unwissenheit ganz im Sinne von Gottes Heilsplan. Die Schilderung zielt darauf ab, den Unterschied zwischen menschlichem und göttlichem Handeln aufzuzeigen, nicht einzelne Personen an den Pranger zu stellen, die ja hier, fern von Jerusalem, auch gar nicht bekannt sind. Es ist also keine Agitation gegen die führenden Persönlichkeiten Jerusalems, sondern der Beweis, dass Gott seinen Plan nie geändert hat und alles Heil auf Tod und Auferweckung Jesu zuläuft.

Sven Johannsen, Pfarrer

­