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Komm Schöpfer Geist - Pfingsten

Impuls von Sabrina Peper

Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes. Traut man aktuellen Umfragen wissen nur noch ein viertel aller Befragten, was die Kirche an diesem Fest feiert. Auch dem ein oder anderen regelmäßigen Kirchgänger wird es nicht leicht fallen, Fragen über den Heiligen Geist und das

Pfingstfest in wenigen Sätzen zu beantworten. Wer oder was ist also der Heilige Geist? 

In einer Erklärung für Jugendliche heißt es: „An den Heiligen Geist glauben heißt, ihn ebenso  anzubeten wie den Vater und den Sohn. Es heißt daran glauben, dass der Heilige Geist in unser  Herz kommt, damit wir als Kinder Gottes unseren Vater im Himmel erkennen. Vom Geist Got es bewegt, können wir das Angesicht der Erde verändern.“ Im Neuen Testament begegnen wir dem Heiligen Geist an ganz verschiedenen Stellen. Zum einen als Maria „mit der Kraft des Geistes“ überschattet schwanger wird und zum anderen als sich bei der Taufe Jesu im Jordan der Himmel öffnete und „der Heilige Geist sichtbar in Gestalt einer Taube“ auf Jesus herabkam. „Du bist mein geliebter Sohn, an Dir habe ich Wohlgefallen gefunden.“ (Lk 3,22), sagte die Stimme von oben. In der Antike war die Taube ein Symbol für die Liebe. Damit war jedem der Anwesenden sofort klar war, dass sich in dieser Situation etwas ganz  besonderes ereignete, wenn der Heilige Geist in der Gestalt der Taube sichtbar wird: Bei diesem Jesus geht es um die Liebe! In besonderer Weise begegnen wir dem Heiligen Geist in der Apostelgeschichte, als er wie in Zungen von Feuer auf die Jünger, die mit Maria im Gebet versammelt waren, herabkommt und aus verängstigten Jüngern mutige Zeugen macht. Mit der Kraft des Geistes beseelt machten sie sich auf, um in aller Welt die frohe Botschaft von Jesus Christus zu verkündigen.  Es ist die Geburtsstunde der Kirche. Jeder brachte sich in seiner Art und Weise und mit den Fähigkeiten - oder wie die Schrift es sagt Charismen - ein, die ihm durch den Geist zugeteilt wurden, um dem Auftrag Jesu Folge zu leisten: „Geht hinaus in alle Welt und macht alle Menschen zu meinen Jüngern.“ 

Wenn wir in diesen Tagen um den Heiligen Geist beten, können wir uns auch immer wieder die Frage stellen: Welche der mir verliehenen Gaben kann ich einbringen, um meiner Umwelt ein Zeugnis von der Liebe Gottes zu geben? Kenne ich meine Gaben überhaupt? Welche Fähigkeit habe ich, die vielleicht ein anderer nicht besitzt und wie kann ich sie zum Wohle meiner Mitmenschen einsetzen? Gerade das Pfingstfest stellt uns neu vor Augen, dass wir uns als Menschen gegenseitig brauchen, denn keiner kann alleine alles vollbringen. Auf besonders schöne Art und Weise hat dies der Apostel Paulus im ersten Brief an die Korinther ausdrückt: 

„Denn wie der Leib einer ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus. Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt. Auch der Leib besteht nicht nur aus einem Glied, sondern aus vielen Gliedern. Wenn der Fuß sagt: Ich bin keine Hand, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört er doch zum Leib.  Und wenn das Ohr sagt: Ich bin kein Auge, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört es doch zum Leib. Wenn der ganze Leib nur Auge wäre, wo bliebe dann das Gehör? Wenn er nur Gehör wäre, wo bliebe dann der Geruchssinn? Nun aber hat Gott jedes einzelne Glied so in den Leib eingefügt, wie es seiner Absicht entsprach. Wären alle zusammen nur ein Glied, wo bliebe dann der Leib? So aber gibt es viele Glieder und doch nur einen Leib. Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht. Der Kopf wiederum kann nicht zu den Füßen sagen: Ich brauche euch nicht. Im Gegenteil, gerade die schwächer scheinenden Glieder des Leibes sind unentbehrlich. Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle Glieder mit. Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm.“

 Möglicherweise fühlt sich der ein oder andere von uns gerade nicht als wichtiges Glied im Leib Christi oder als wertvolles und bedeutsames Mitglied der Kirche. Vielleicht gibt es gerade jetzt bei dem ein oder der anderen sehr viel Frust und Resignation. Vielleicht wird der Leib eher als tot, denn als lebendig betrachtet und die Gefühlslage entspricht der der Jünger vor Pfingsten: Verängstigt und einsam, ja ganz mutlos im Blick auf die Zukunft. Beten wir deshalb auch über das Pfingstfest hinaus täglich um den Heiligen Geist. Vielleicht mit einem kleinen Stoßgebet am Morgen wie: „Komm Heiliger Geist und erfülle mich“ oder „Gott Heiliger Geist, führe mich durch meinen Tag und lenke meine Gedanken und Werke“ oder im Laufe des Tages in einer schwierigen Situation um die Gaben des Geistes wie Rat und Weisheit oder auch Einsicht und Stärke. Wir werden spüren wie auch uns neues Leben und neuen Mut erfüllt, wenn wir dem Wirken des Geistes einen Raum in unserem Leben eröffnen. Wie kann man das spüren? Indem man die Früchte des Gebetes betrachtet: Liebe, Freude, Geduld, Friede, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung (Gal 5,22-23)

In Situationen, in denen sonst Ungeduld herrscht, ist man fähig, geduldiger zu sein. Man kann einem anderen, der einem lästig ist, mit mehr Freundlichkeit begegnen und die Traurigkeit wird der Freude weichen.

Ich möchte mit Euch gemeinsam ein Gebet um den Heiligen Geist von Martin Thurner

beten:

Atme in uns,

Du Geist des lebendigen Gottes,

dass alles in uns von Seinem Leben pulsiere.

Durchglühe uns, Du Geist der Liebe,

dass unsere kranken Herzen

durch Dich entzündet werden.

Belebe uns, Du Kraft des Auferstandenen,

dass unsere Angst und Schwäche

zur weithin leuchtenden Hoffnung werden.

Ziehe uns an Dich, Du Geist Gottes,

dass Dein Leben auch unser Leben werde!

Komm und schließe auf

die Mauern unseres Herzens,

mache weit unser Denken und Fühlen.

Komm und treibe uns

aus unserem Kleinmut

hinaus zu den Menschen.

Komm und belebe uns

mit Deinem göttlichen Atem,

schaffe uns neu und

lass uns in Deinem Namen

Feuer und Flamme sein.

Du Geist unseres Herr Jesus Christus,

höre nicht auf, Dich auszugießen über uns. Amen.

Impuls_30.05.2020.pdf

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