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Dankbarkeit ist ein anderes Wort für Glauben.

Von Bischof Joachim Wanke, Erfurt

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Manchmal fragen Christen, was ihr Glaube an Christus denn Besonderes sei. Mühen sich andere Menschen nicht auch um ein anständiges Leben? Leisten sie denn nicht auch Vorbildliches in Alltag und Beruf? Der Apostel Paulus würde antworten: Ja, aber sie vergessen dabei den Dank.

 Von Chesterton, einem berühmten englichen Literaturkritiker um 1900, stammt das Wort: Es ist das Unglück der Atheisten, dass sie niemandem danken können. Paulus schreibt einmal, als er sich fragt, warum er eigentlich so rastlos als Apostel tätig ist: „Alles tun wir euretwegen, damit immer mehr Menschen aufgrund der überreich gewordenen Gnade den Dank vervielfachen, Gott zur Ehre“ (2 Kor 4,15).

 Ja, möglichst viele Menschen sollen durch uns Glaubende und Getaufte entdecken, dass sie Grund haben zum Danken, auch in Lebensabschnitten, in denen wir es nicht leicht haben. Christen wissen, dass sie sich in einem letzten und tiefsten Sinne „verdankt“ wissen dürfen.

 Wir geben letztlich nur weiter, was wir selbst empfangen, und zwar immer wieder neu von Gott her empfangen – Hoffnung auf ewiges, unzerstörbares, von bleibender Freude umfangenes Leben. Dankbarkeit ist ein anders Wort für Glauben. Wer im Danken nicht nachlässt, der hat das Evangelium verstanden. Er kann zum Zeugen des Evangeliums werden.

 

Aus der Predigt bei der Antoniuswallfahrt in Worbis, 2007

Quelle: www.bistum-erfurt.de (in: pfarrbriefservice.de)

 

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