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3. Fastensonntag „Oculi“

 

Meine Augen schauen stets auf den Herrn;

denn er befreit meine Füße aus dem Netz.
Wende dich zu mir und sei mir gnädig;

denn ich bin einsam und gebeugt“

(Psalm 25,14-16) 3_Fastensonntag_Oculi.pdf

Mach doch die Augen auf, dann siehst du es“, so fahren wir manchmal Menschen an, die das Naheliegende nicht erkennen wollen: Die Brille, die neben ihnen auf dem Nachttisch liegt, die Lösung für eine Matheaufgabe, das lang gesuchte Geschenk für einen Freund / eine Freundin. Manchmal verstellen uns Sorgen, Stress, Überforderung, Verzweiflung, Ärger, Angst u.v.m den Blick auf die einfachsten Dinge. Andere sind betriebsblind geworden: Notwendige Veränderungen werden nicht erkannt, weil man „das doch schon immer so getan hat.“ Der Beter im Eingangspsalm 25 hätte allen Grund, seine Sicht des Lebens auf sich und sein Leid einzuschränken. „Ich bin einsam und gebeugt“, so beschreibt er seine Situation, die an das Leben vieler Menschen in unseren Tagen erinnert. Aber oft verwundern gerade sie uns mit ihrem Weitblick. Sie, die selbst ihr Kreuz zu tragen haben, sehen das Leid anderer schneller und intensiver als andere. Krankheit, Einsamkeit und Alter müssen uns nicht blind machen, weder im Blick auf die Hilfsbedürftigkeit anderer noch im Blick auf die Hoffnung, die auch wir haben dürfen.

Er befreit meine Füße aus dem Netz“, so die sichere Hoffnung des Beters.

Augen auf für das Gute, das möglich ist und das uns schon zuteil wird!

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag

Sven Johannsen, Pfarrer

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