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Eine Zeit des Übergangs

Eine_Zeit_des_ÜbergangV3_9.1.2021.pdf

Am morgigen „Fest der Taufe des Herrn“ endet für uns die Weihnachtszeit. Am Montag, nach der Adventszeit, den Feiertagen und zwei Wochen der Freude und der Besinnung auf Weihnachten, beginnt wieder der Alltag, der ganz normale Umgang mit unserer Zeit.

 

Der Alltag gibt uns aber auch die Gelegenheit, das Besondere an Weihnachten lebendig zu halten und das Geschehen der Heiligen Nacht mit in unser Leben zu nehmen.

Aus der Gewissheit und der Freude, Gott wurde Mensch, um mich Mensch zu erlösen, gilt es, seine Zeit, sein Leben neu zu gestalten.

Im gestärkten Glauben an Gott das Leben immer wieder neu anzufangen.

 

Das ist jedes Jahr eine Herausforderung, die uns als Christinnen und Christen gegeben ist. Aber vielleicht ist es dieses Jahr durch den verlängerten Lockdown und seine Folgen für viele Menschen noch schwerer zu erfüllen.

Es bleiben viele Fragen und vieles ist ungewiss.

Trotzdem können wir mit unserer Zeit zu Gott kommen.

In diesem schönen Gedicht von Lothar Zenetti, das ich mit ihnen teilen möchte, finde ich das gut ausgedrückt:

 

Zeit genug

 

Als die Zeit erfüllt war, heißt es,

sandte Gott uns seinen Sohn.

Erfüllte Zeit - die meine ist es nicht,

nur einfach angefüllt mit zahllosen Terminen,

mit dem, was man von mir so jeden Tag erwartet.

Verplant ist die mir zugeteilte Zeit und dahin,

dorthin längst vergeben.

Vergebens scheint so manches, was ich tu,

und was mir wichtig ist, bleibt ungetan.

Soll das mein Leben sein,

bin ich dazu und für sonst nichts geboren?

Erschöpft, so fühl ich mich und wie am Ende.

Doch du, o Ewiger, bist immer Anfang.

Und tausend Jahre sind bei dir so wie ein Tag.

Führ mich in deine Weite, Herr, und lass mich freier atmen.

Genügend Zeit zu haben lehre mich,

als hätte ich genug davon

und einfach Zeit und Zeit und nochmals Zeit

und vor mir eine ganze Ewigkeit.

Lothar Zenetti in „In den Herzen ein Licht, Frohe Weihachten“, Herausgegeben von Ulrich Sander, Patmos Verlag 2016.

 

Einen guten Umgang mit ihrer Zeit wünscht Ihnen

Ihr Kaplan Frank Elsesser

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