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Die Messe vom Tag: www.youtube.com/watch?v=AZLplrx78IY

Von Katrin Fuchs, Jugendseelsorgerin MSP

 

Viele Nachrichten strömen auf mich ein. Stündlich neue Aussagen, neue Szenarien zum Verzweifeln. Eine Pandemie, der man nicht Herr wird. Weltwirtschaftskrise, Einsamkeit.

Da bleibt mir oft nur noch übrig zu sagen: „Herr höre mein Gebet!“ (V. 2)

 

Wenn ich einen Blick in den Antwortpsalm aus der heutigen Liturgie werfe, entdecke ich, dass es den Menschen schon vor Jahrtausenden ähnlich ging.

Ich merke wie die Psalmen auch heute nichts an Aktualität eingebüßt haben.

 

Und wie gut tut es mir, dort im Psalm 102 Worte zu finden, die vieles zum Ausdruck bringen, was in mir ist. Es erscheint mir tröstlich mit den Menschen vergangener Tage zu beten. Ich werde regelrecht dazu aufgefordert. Heißt es im Psalm doch eigens: „Dies sei aufgeschrieben für das kommende Geschlecht.“ (V.19)

 Ich lese z.B. den Vers „Meine Tage schwinden dahin wie Rauch, ich verdorre wie Gras.“ (V.12)

So fühle ich mich dieser Tag manchmal. Die Tage plätschern dahin, ich verdorre, weil ich mich nur selten aufraffen kann spazieren zu gehen. Ich kann mich gut auf meiner Couch einrichten, bin sogar dankbar für die Entschleunigung. Doch wo ist das wahre Leben?

Ich kann mich zu Videokonferenzen verabreden, doch wo bleibt das Händeschütteln, ein tiefer Blick in die Augen, das Wahrnehmen von Körpersignalen, Gestik und Mimik. Kurz gesagt: Nähe!

 

Viele Klageverse aus diesem Psalm geben mir einen Eindruck davon, was Menschen alles erleiden können.

Und andere Verse spenden mir Trost.

Wie z.B. „Gott will auf das Seufzen der Gefangenen hören und alle befreien, die dem Tod geweiht sind.“ (V.21) und ein zweiter „Er hat sich dem Bittgebet der verlassenen Stadt zugewandt.“ (V. 18)

 

Schwarz auf weiß kann ich es da lesen. Gott will mir nahe sein. Er ist nahe.

Und trotz dieses Wissens spüre und fühle ich ihn nicht immer.

Ich hoffe, dass diese Krise uns alle wachsen und positive Veränderungen in der Gesellschaft spüren lässt. So dass wir die gefühlte Verbundenheit jetzt, dann auch leben und so Gottes Nähe für uns wirksam werden lassen.

 Bis dahin: Nehmen Sie doch einmal ihre Bibel zur Hand und beten Sie Psalm 102.

Tagesimpuls_31.3.2020.pdf

 

 

Katrin Fuchs

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