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Bei Gott geborgen

 Tagesandacht_2020-03-20_A4.pdf

Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“ (Psalm 27,5)

Das Losungswort für den heutigen Tag passt. Es ist gerade eine „böse Zeit“. Ein unsichtbarer, weil winziger Feind bedroht uns. „Wir sind im Krieg“, spitzte der französische Präsident Macron zu. Freilich gab es in der Geschichte schon öfters gefährliche Seuchen, an der schrecklich viele Menschen gestorben sind. Aber heute sind wir das – jedenfalls in den westlichen Ländern – einfach nicht gewohnt. Es mag unheilbare Krankheiten geben, aber gegen Seuchen ist unsere Medizin doch gewappnet! Es mag seltene, unerforschte Krankheiten geben, aber im Allgemeinen hat unsere Wissenschaft doch alles im Griff und garantiert uns ein langes Leben, oder?

Plötzlich macht sich Verunsicherung breit. Was, wenn nicht? Und so geht Angst um in der „bösen Zeit“. Es ist schwer zu ertragen, dass wir gerade jetzt, wo wir das Gespräch, den Austausch, das Gegenüber bräuchten, soziale Kon-takte meiden müssen. „Nie war es so wichtig, gemeinsam allein zu sein.“ (DIE ZEIT) Auch als Christen trifft uns das Versammlungsverbot besonders hart, ist doch die gottesdienstliche Gemeinschaft eine unverzichtbare Quelle von Glaube, Liebe und Hoffnung.

Viele von uns erleben ganz neu und vielleicht zum ersten Mal so existentiell, wie gefährdet unser Leben ist. Wir haben es nicht in der Hand. Politische Steuerung, guter Wille aller, wissenschaftliche Erkenntnis, größte Vorsicht – all das reicht möglicherweise nicht aus. In aller Angst und Unsicherheit steht die Frage im Raum: Wer oder was kann mein Leben halten? Die Frage nach Gott wird ganz neu wach in dieser „bösen Zeit“.

Der König David, der diesen Psalm betete, kannte aus seinem Leben „böse Zeiten“. Sie trieben ihn zu Gott. Sie trieben ihn in das „Zelt der Begegnung“, die Stiftshütte. Sie trieben ihn in das Gebet. Und so machte er die Erfahrung: „Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“ So kann auch jeder von uns zuhause die Augen schließen, die Hände falten und seine Angst und Unsicherheit vor Gott aussprechen.

 

Herr, mein Gott, ich komme zu dir in meiner Angst und in aller Verunsicherung in unserem Land. Ich bringe dir meine Angst – die Angst um mein Leben und um die Gesundheit meiner Familie. Beschütze mich und alle Menschen. Lass mich geborgen sein bei dir. Amen.

Till Roth

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