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Tagesandacht für Ostersonntag 12. April 2020

 Bis bald!

Willi ging in die dritte Klasse und hatte Krebs. Seine Mitschüler erfuhren davon. Sie hielten Willis Krankheit mit ihm aus und machten ihm manches leichter durch ihre Fröhlichkeit. Und doch: die Krankheit war stärker. Willi starb. Zu seiner Beerdigung kamen auch die Kinder. Alle hatten ein Bild gemalt und es zu einem großen Bilderbuch zusammengefügt. „Tschüss" hatten die Kinder noch dazu geschrieben und: „Bis bald."

 

Bis bald. Das ist Osterbotschaft pur. Die Kinder führen es uns vor Augen, was der Apostel Paulus so ausdrückt: Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. (1. Korinther 15,20)

Und der Apostel meint damit: Die Auferweckung Jesu hat Konsequenzen für alle Toten. Sie ist ein Ereignis nicht für sich, sondern ein Anfang, der eine Fortsetzung hat.

Die Auferstehung Jesu, so sagt Paulus, mündet in die Auferstehung aller Toten.

 

Das ist wie bei einer Geburt. Wenn sie einmal in Gang gekommen ist, lässt sie sich nicht mehr aufhalten. So auch die Bewegung Gottes. Sie wurde mit der Auferweckung Christi in Gang gesetzt und fährt nun fort, bis der Tod überwunden und alle Toten auferstanden sein werden.

 

Sicher, es fällt uns schwer, das uns vorzustellen. Die Auferstehung Jesu übersteigt unser Denken und unsere Worte können sie nicht fassen.

Das heißt aber noch lange nicht, dass sie nicht geschehen ist.

Auch die Frauen am Ostermorgen waren erst einmal stumm geblieben, als sie am leeren Grab erfuhren, dass Jesus auferstanden ist. Es heißt: „Sie fürchteten sich“.

Genauso die Jünger: sie konnten es anfangs auch nicht glauben, dass ihr Herr lebt.

Zu unwirklich, zu überwältigend ist diese Erfahrung des unerhört Neuem für die Menschen. Aber dann hat es ihnen doch gedämmert und sie wussten: „Christ ist erstanden. Der Tod ist besiegt!“

 

Noch leben wir im Glauben, nicht im Schauen.

Und doch strahlt das Licht des Ostermorgens schon hinein in unsere Welt und lädt uns ein, an eine Auferstehung der Toten zu glauben.

So dass auch wir zu den Menschen, die wir hergeben müssen, getrost sagen können.

„Bis bald!“

 

Gebet:

Wir danken dir, Herr Jesu Christ,

dass du vom Tod erstanden bist

und hast dem Tod zerstört sein Macht

und uns zum Leben wiederbracht. Halleluja. (Evangelisches Gesangbuch 107,1)

Amen

 

 

Michael Kelinske

Evangelischer Pfarrer in Lohr am Main

 

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