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„Auf den Spuren des Volkes Israel“ – Erkundungstour von Diözesanbüro und Pfarreiengemeinschaft Lohr

„Von Dan bis Beerscheba“ so beschreibt die Bibel die Ausdehnung des Heiligen Landes von Nord nach Süd. Seinen Ursprung hat das Volk Gottes noch viel weiter südlich auf dem Sinai. So führte die gemeinsame Entdeckungstour von Diözesanbüro Mainspessart und Pfarreiengemeinschaft 12 Apostel am Tor zum Spessart unter der Leitung von Johannes Weismantel und Pfarrer Sven Johannsen vom Golan im Norden Israel bis zum Gottesberg Horeb auf dem Sinai. 40 Teilnehmer aus Lohr und dem ganzen Landkreis machten sich auf, um einen modernen Industriestaat, eine Wüstennation und die Heimat der Bibel noch intensiver kennenzulernen als es die klassischen Reisen zu den Orten Jesu vermitteln können. Von Tel Aviv, dem pulsierenden Zentrum der Moderne, das zugleich auch Zeugnis der Alija ist, der vor mehr als hundertzwanzig Jahren beginnenden Rückkehrbewegung von Juden aus der ganzen Welt nach Israel, ging es die traumhafte Mittelmeerküste entlang nach Haifa, dem toleranten Zentrum des Zusammenlebens von Gläubigen der verschiedensten Religionen und Zentrum der Bahai-Religion in Israel, bis nach Dan, einem der beiden kultischen Zentren des Nordreiches Israel in der Königszeit. Am Fuße des Hermons fanden sich die Besucher in einer paradiesischen Landschaft wieder mit rauschenden Zuflüssen des Jordans und urwaldähnlichen Baumanlagen. Das Nordreich war in der Frühzeit des Volkes Israel das eigentliche wirtschaftliche und politische Zentrum bis es 722 von den Assyrern erobert wurde. Im Golan beeindruckte der Blick über den See Genezareth und in die Gebiete des Libanons und Syriens. Gerade bn Galiläa wurde deutlich, dass die Entstehung des modernen Staates Israel nicht ohne die Bewegung der Kibbuzim zu erklären ist, die in sozialistischen Geist Lebensgemeinschaften und Keimzellen für die Bebauung des Landes wurden. Die Heimat Jesu ist aber auch Schauplatz vieler Konflikte und Auseinandersetzungen zwischen Juden und Palästinensern, die oft in Vertreibung und Umsiedlung endeten. Im Pilgerhaus des Heilig Land Vereins am See konnten die Pilger aus Mainspessart die Stille und die atemberaubende Atmosphäre des Sonnenaufgangs über den Höhen des Golan genießen und so ein wenig vom biblischen Shalom, dem von Gott verheißenen Frieden, erahnen.

Durch das Jordantal ging es durch die judäische Gebirgswüste nach Masada, der Bergfestung Herodes d. Großen und dem letzten Widerstandszentrum am Ende des jüdischen Krieges. Eine Handvoll unermüdlicher Wanderfreunde erklommen den 400 Meter über dem Toten Meer liegenden Tafelberg über den berühmten Schlangenpfad und verzichteten so auf den angenehmen Transport mit der Seilbahn bei sommerlichen Temperaturen. Nach einem Bad im Toten Meer ging es in die Heimat der Erzeltern Abraham und Sara über Beersheba bis zum Ramon-Krater, dem größten Erosions-Krater im Negev, den man mit einem abenteuerlichen Gefährt auf einer waghalsigen Tour durchquerte.

Ein geistlicher Höhepunkt war sicher der nächtliche Aufstieg vom Katharinenkloster auf den Gottesberg Horeb. Fast allen gelang auch die Überwindung der Treppenanlage, die auf den letzten Höhenmetern in den Fels geschlagen ist. Unterwegs erzählte Pfarrer Johannsen die Geschichte des Volkes Israel beginnend von Abraham und Sara bis zum Auszug aus Ägypten und dem Bund Gottes mit seinem Volk auf dem Sinai. Als über dem Gottesberg die Sonne aufging erinnerte der geistliche Begleiter daran, dass die Bibel erzählt, dass Gott auf diesen Gipfel hinabgestiegen sei und mit Mose geredet habe wie „Menschen es tun“. Ein Besuch im Katharinenkloster, das Kaiser Justinian schon bauen ließ und in dem sich der Tradition nach noch heute der „brennende Dornbusch“ befindet, schloss einen anstrengenden, aber auch tiefe Eindrücke hinterlassenden Besuch am Ursprungsort des Gottesvolkes Israel ab. Mit vielen Eindrücken ging es in die Heilige Stadt Jerusalem, in der die Reisegruppe noch einmal die klassischen Orte der Jesusverehrung auf dem Ölberg und in der Altstadt besuchte.

Den Abschluss der Reise bildete der Besuch in der Geburtsstadt Jesu, Bethlehem, und dem Caritas-Baby-Hospital. Im modernsten Kinderkrankenhaus der Autonomiebehörde, das 1952 vom Jesuiten Ernst Schnydrig gegründet wurde, konnte Pfarrer Johannsen eine Spende aus der Kollekte des letzten Motorradgottesdienstes in Halsbach übergeben. Der Einblick in die Arbeit dieser Klinik war für viele Besucher wichtig, um so den Eindruck zu vermeiden, das Heilige Land sei ein „christliche Disneyland“. Viele Gruppen und Initiativen engagieren auch heute noch im Geiste Jesu für Menschen der verschiedenen Religionen.

Viele neue Eindrücke konnten die Gäste aus Mainspessart mitnehmen. Dazu gehörte auch die Begegnung mit Chaim Stern, dem Sohn des aus Wiesenfeld stammenden Isaak Stern, der noch Ende der dreißiger Jahre nach Israel auswandern konnte. Stern erzählte von seinen Begegnungen in Wiesenfeld und dem Schicksal seiner Familie, von deren Angehörige viele in KZs zu Tode kamen.

Johannes Weismantel hatte die Reise organisiert und konnte am Ende in launigen Sätzen auf eine gelungene Reise zurückblicken. In vielen Gottesdiensten und Impulse griff Pfarrer Johannsen das Erlebte auf und verband es mit den Berichten der Bibel.

Viele konnten durch diese Tage wieder einen neuen Zugang zum Ursprung des biblischen Glaubens, der aus der Wüste kommt, finden und kehrten gestärkt zurück in ihre Heimatgemeinden.

 

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