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90 Jahre Kirchweihe in Sackenbach
Am vergangenen Sonntag, 13.10., erinnerten sich die Katholiken in Sackenbach an die Weihe ihrer Kirche vor neunzig Jahren. Es ist ein Glücksfall, so Pfarrer Johannsen in seiner Begrüßung, dass der Tag der Weihe in diesem Jubiläumsjahr auf den Sonntag fiel.

Mit großem Aufgebot an Ministranten zog Pfarrer Johannsen in die Kirche bei strahlendem Sonnenschein in die Kirche ein. Er erinnerte daran, dass seit den vierziger Jahren noch ein Kredit für den Kirchenbau bei der Kirchenstiftung in Lohr besteht und verkündete, auch im Namen der dortigen Kirchenverwaltung, dass man auf die Begleichung der Außenstände gerne verzichtet.

In seiner Predigt griff der Pfarrer auf eine bekannte Geschichte zurück, die von drei Arbeitern in einem Steinbruch erzählt. Der erste Arbeiter entgegnet dem fragenden Wanderer, dass er Steine klopft. Der zweite Arbeiter bekennt, dass er seine Lebensunterhalt verdiene. Der dritte Arbeiter aber, freut sich und bekennt: „Ich baue eine Kathedrale“.

Alle drei Motivationen, so der Pfarrer, gehören zum Bau der Kirche und zu ihrer Bedeutung. Es braucht die Bereitschaft, anzupacken und auch die kleinen Dienste zu leisten, damit die Kirche gepflegt und einladend ist. Für viele Generationen ist die Kirche zum Ort ihres geistlichen Lebensunterhaltes geworden. Hier feiern sie die Knotenpunkte ihres Lebens und deuten sie aus dem Glauben heraus. Schließlich aber ist die Kirche in ihrem neobarocken Stil auch ein Festsaal Gottes auf Erden, wo sich die Herzen zu ihm erheben dürfen.

Im Gottesdienst wurde Clara Bernard als neue Ministrantin aufgenommen. Scherzend meinte der Pfarrer im Blick darauf, dass Clara in diesem Jahr das einzige Kommunionkind der Gemeinde war: 100 Prozent Ausbeute, das muss eine Gemeinde den Sackenbachern erst einmal nachmachen.

Bereits am Donnerstag hatte Gerd Walter, Lokalhistoriker und Verfasser der Sackenbacher Ortschronik, in einem Bildervortrag vom Kirchenbau erzählt. Bereits seit 1893 gab es einen Kirchenbaufonds, der Geld sammelte für den Bau einer Kirche. Mit monatlichen zehn Pfennig Beitrag haben viele Sackenbacher über lange Jahre mitgeholfen, die Finanzen aufzubringen für das Projekt. Als mit der Inflation am Anfang der zwanziger Jahre das Geld seinen Wert verloren, ließen sich die Sackenbacher dennoch nicht beirren und hielten an ihrem Ziel mit. 1928 begann der Bau auf dem Grundstück an der Straße, das zunächst von der Regierung abgelehnt wurde. Vieles wurde in Eigenleistung geschafft. Der Bau verzögerte sich durch den strengen Winter 1928 / 1929. Am 12. Oktober 1929 kam am Nachmittag Bischof Mattias Ehrenfried und wurde festlich begrüßt. Am Sonntag folgte dann die Weihe mit einer Festpredigt von Domprediger Johannes Kötzner. Im Anschluss wurde ausgiebig gefeiert im „Grünen Baum“. 16 Flaschen Wein weist die Kirchenrechnung für diese Gelegenheit aus.

Festlich wurde der Gottesdienst gestaltet von Friedricke Riedmann (Sopran), Dr. Christian Deffner (Bass), Tessa Fella und John Walkowiak (Violine) und Georg Schmidt (Violoncello) Unter Leitung von Markus Inderwies (Orgel) erklang die Missa San Giuseppe von Johann Ernst Eberlin, das Concerto in A von V. Rathgeber und die Solocantate Laudate Dominum“ von Francesco Cavalli.

Bilder: Frank Bernard

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