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Festkonzert der Kantorei St. Michael in der Lohrer Stadtpfarrkirche – Ein Konzert der besonderen Art bot die Kantorei der Stadtpfarrkirche unter Leitung von Kantor Alfons Meusert den Zuhörern in der gut gefüllten Stadtpfarrkirche. Musik vos Dresdener Barocks. Werke von Johann David Heinichen, Johann Georg Pisendel und Jan Dismas Zelenka erklangen und führen die Besucher an den Hof August des Starken.

Er konnte Hufeisen verbiegen. Als Bestätigung findet sich noch heute im Grünen Gewölbe in Dresden ein zerbrochenes Hufeisen, das August der Starke selbst verbogen haben soll. Viele Legenden ranken sich um den prunk- und kunstliebenden sächsischen Herkules, der 1698 bereit war, katholisch zu werden, um die polnische Königskrone zu bekommen. Eigentlich gar nicht für die Regentschaft bestimmt, konnte er überraschend 1694 nach dem frühen Tod seines Bruders Johann Georg IV die Herrschaft antreten. Als Kriegsherr hinterließ er nur wenig bleibenden Eindruck. Bedeutend aber ist er mit seinem Sohn und Nachfolger Friedrich August II als Begründer des Dresdner Barocks. Das heute wieder erblühte Elbflorenz zeugt von seiner Leidenschaft, ein neues Versailles an die Elbe zu bauen. Große Bauwerke, Museen und Kunstwerke sind bis heute Zeugnisse eines Königs, der von sich selbst sagte: „„Mein höchster Ehrgeiz ist Ruhm, wonach ich bis an mein Lebensende streben werde.“ Dazu gehörte für ihn auch, die Musik an seinem Hof und in den Kirchen auf europäisches Niveau zu führen. Große Komponisten und virtuose Instrumentalisten fanden Platz in den Reihen der von August und seinem Sohn geförderten Musiker.

Die Werke dreier von ihnen erklangen am vergangenen Samstag in der Lohrer Stadtpfarrkirche.

Von Johann David Heinichen (1652-1719) war die Missa 11 in D zu hören. Für diese Messe schufen Mitglieder des Chores eigene Transkriptionen, um eine heutige Aufführung zu ermöglichen. Hier gebührt v.a. Robert Werner aus Gemünden besonderer Dank. Zwei sehr anspruchsvolle Konzerte von Johann Georg Pisendel (1687-1755) meisterte das Collegium Musicum auf historischen Instrumenten mit Simon Steinkühler (Solovioline) mit großer Bravour: Concerto da Chiesa à 5 g-moll und Concerto D-Dur

Von

Jan Dismas Zelenka 1679 -1746 waren zwei kirchenmusikalische Werke „Dixit Dominus“ (Psalm 109) ZWV 68 und das „Magnificat“ ZWV 108 zu hören. Trotz der Hitze an diesem Sommerabend und der schon nach den Proben des Tages hohen Luftfeuchtigkeit brillierten Kantorei und Solisten mit großer Sicherheit: Stefanie Wagner, Sopran. Katharina Flierl, Alt, Oliver Kringel, Tenor und Elias Wolf, Bass.

Kantor Alfons Meusert, der über viele Wochen dieses Konzert vorbereitet und die Musiker einstudiert hatte, konnte voll auf zufrieden sein mit dem gelungenen Abend, der die Besucher zurückführte in die höfische Pracht des Dresdner Barocks. Das eindrucksvolle Erlebnis belohnten die Besucher mit stehenden Ovationen.

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