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Diözesanbüro MSP und PG 12 Apostel laden ein zu einem besonderen Adventserlebnis – Finnland, Schweden, Sizilien und Lohr? Dass die Heilige Luzia in den nordischen Ländern und in Süditalien eine besondere Verehrung erfährt, ist vielen bekannt. Aber wie kommt eine echte Luzia nach Lohr? Luzia und viele Kinder luden ein zu einem vielfältigen Programm rund um den Advent und viele Besucher kamen und erlebten einen neuen Zugang zum Weihnachtsfest.

Finnland, Schweden, Sizilien und Lohr? Dass die Heilige Luzia in den nordischen Ländern und in Süditalien eine besondere Verehrung erfährt, ist vielen bekannt. Aber wie kommt eine echte Luzia nach Lohr? Der 13. Dezember, der Gedenktag der Heilgen Luzia, ist ein Tag, der in besonderer Weise vom Gegensatz zwischen Licht und Dunkel geprägt ist. Vor der Reform des Kalenders unter Papst Gregor XIII. war der Tag der heiligen Luzia fast identisch mit Mittwinters, so dass die Menschen gerade in den dunklen Ländern eine Lichtgestalt wie Luzia besonders schätzten.

Schon in den Tagen vor dem Fest hatten die Erzieherinnen des Seeweg-Kindergartens und Pfarrer Sven Johannsen die Gestalt der Lichtträgerin Luzia mit den Vorschülern der städtischen Kita erarbeitet, so dass die Kinder sich schon auf ihren Einsatz als Begleiter der heiligen Luzia freuten. Liebevoll hatten Eltern und Mitarbeiterinnen mit den Jungen und Mädchen rote Licht-Bänder und brachten sich mit Feuereifer und viel Spaß beim Backen der Lussekatten, des traditionellen Gebäcks am Luziatages ein.

Die Idee, einen besonderen Adventsabend für Jung und Alt mit vielen verschiedenen Programmpunkten und der Beteiligung von verschiedenen Gruppen anzubieten, kam vom Geschäftsführer des Diözesanbüros Mainspessart, Johannes Weismantel, und wurde vom PGR der Stadtpfarrei St. Michael gerne aufgenommen und weiterentwickelt.

Den mitreißenden Auftakt für den adventlichen Markt der Möglichkeiten machten die Kinder der KiTa, die mit einem Lichtertanz als Gefolge der Heiligen Luzia (Lena Ooster) in die dunkle Kirche einzogen. Bereits vorher hatte Pfarrer Johannsen erklärt, dass gerade für die vielen italienischen Familien in Lohr Santa Lucia eine ähnliche Bedeutung wie der heilige Nikolaus für deutsche Kinder hat.

Die Wombacher Band ICHTHYS sang zum Tanz der Kinder das populäre Luzialied, das sowohl im Norden als auch im Süden Europas bekannt und beliebt ist. Dritt- und Viertklässer stellten dann in einer Spielszene das Leben der Heilgen dar, die in der Zeit der letzten Christenverfolgung zu Beginn des vierten Jahrhunderts besonders viel Mut zeigte und Brot und Vorräte zu den Christen brachte, die sich in den Höhlen um Syrakus versteckten. Dabei trug sie einen Lichterkranz, der ihre n Weg durch die dunklen Gänge erhellte. Die Luziakinder verteilten in Erinnerung an die Großherzigkeit der sizilianischen Heiligen die aus Schweden kommenden Lussekatter an Kinder und Erwachsenen in der vollbesetzten Kirche.

Nach der bewegenden Feier boten Diözesanbüro und Pfarrei einen bunten Reigen an adventlichen „Türöffnern“. Im Pfarrheim erzählte Melanie Brand aus Neuendorf Märchen für die Kinder zum nahenden Weihnachtsfest. Lange noch blieben die Familien danach im Pfarrhof und Nutzten die Möglichkeit zum Grillen von Stockbrot, das die Pfadfinder vorbereiteten. Der Festausschuss versorgte die anderen Geschmäcker mit Bratwürsten, Putenwiener, Getränke und Dunkelbier aus Stadelhofen Im Bruder-Konrad-Haus bot das Seniorenforum einen stimmungsvollen Adventseinstieg mit der Zithergruppe an. In der Pfarrkirche luden zunächst die Bandmitglieder von ICHTHYS Lieder zum Mitsingen bevor der Projektchor aus Karlstadt einen Strauß aus internationalen Songs rund um das Weihnachtsfest bot. Einen Einblick in ihr soziales und caritatives Engagement gaben im Fischerhaus neben der KJA, der Caritas, dem Verein Pamoja, verschiedene andere Gruppen. Voll wurde das städtische Bauwerk als der Spielmannszug der Kolpingfamilie mit Adventlichen und weihnachtlichen Liedern eine fröhlichen und mitreißenden Akzent setzte.

Georg Cura führte als Nachtwächter zweimal Besucher durch die Lohrer Altstadt. Susanne Singer verwöhnte die Gäste mit einer Winter-Eisdiele. Eine besonderer Genuss war aber die Kaffeezeremonie von Lydia und Salem, zwei jungen Frauen aus Äthiopien, die schon seit einiger Zeit in Lohr leben und sich tatkräftig in der Pfarrei engagieren.

Zum Abschluss erzählte Melanie Brand noch Märchen für Erwachsene. In der Pfarrkirche boten die Sopranistin Friederike Riedmann und Kantor Alfons Meusert einen wundervollen musikalischen Ausklang des Tages mit Orgelwerken der Barockzeit und gesangliche Interpretationen zu adventlichen Hymnen und dem Magnifikat. Mit einer kleinen Andacht in der Stadtpfarrkirche schloss dieser abwechslungsreiche Nachmittag, der ganz im Sinne des alten Adventsliedes „Macht hoch die Tür“ viele Tore öffnete, wie man sich jenseits von Kommerz und Kitsch auf das Weihnachtsfest vorbereiten kann. Genau dieses Absicht wollten die Initiatoren, Johannes Weismantel und Sven Johannsen, an die Besucher weitergeben: Kirche kann Menschen für die Kommen Jesu begeistern, ohne trist und langweilig zu wirken. Ein gelungener Gegenentwurf zu vielen weltlichen Weihnachtsmärkten ohne besserwisserisches Belehren. Luzia half so den Lohrern und vielen Gästen aus der Umgebung, einen Lichtblick zu erleben als Tür zum Weihnachtsfest 2017.  

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