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Über hundert Jahre füllten sie die ehrwürdige Benediktinerabtei Neustadt am Main mit Leben: Die Dominikanerinnen von Neustadt. Am 9. Januar werden sie die Abtei verlassen und ziehen nach Kist um. Der Abschied fällt schwer, doch ist er ein Schritt in die Zukunft

Schwester Christiane begründet die Entscheidung in einer Pressemitteilung:

Dominikanerinnen verlassen Neustadt

 

Die Dominikanerinnen verlassen ihr Kloster in Neustadt am Main. Dies teilte die Verantwortliche für Deutschland, Sr. Christiane Sartorius, heute mit.

Wie in den meisten Ordensgemeinschaften in Deutschland und Westeuropa fehlt auch in Neustadt der Ordensnachwuchs. Aktuell leben in dem großen Kloster am Main 13 betagte Schwestern. In einem längeren Prozess hatten die Schwestern sich mit der Entwicklung der Gemeinschaft auseinandergesetzt und sich schließlich schweren Herzens entschieden, nach einer Alternative für das viel zu groß gewordene Gebäude zu suchen. Unerwartet schnell war diese Suche nun erfolgreich. Anfang Januar 2023 werden die Schwestern in die neu gebaute Seniorenresidenz in Kist umziehen.

Damit geht eine mehr als 100jährige Geschichte zu Ende. 1909 kamen die Schwestern nach Neustadt, um hier ein Ausbildungshaus für künftige Ordensfrauen zu eröffnen, die in die Mission nach Südafrika gesendet werden sollten.

In den 70er Jahren entstand, in Zusammenarbeit mit dem Diözesancaritasverband, auf dem Gelände der ehemaligen Benediktinerabtei ein Rehabilitationszentrum für psychisch kranke junge Menschen, das 2017 nach Würzburg verlegt wurde. Lange Jahre waren die Schwestern in der Leitung und in der Therapie tätig.

In enger Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung wird nun an Plänen für die Zukunft des Klostergebäudes gearbeitet.

Die Schwestern bedauern den Weggang sehr. Sie müssen vieles zurücklassen: die Pfarrei, mit der die Schwestern sehr verbunden sind, Freunde und nicht zuletzt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zum Teil schon seit vielen Jahren für die Schwestern tätig sind.

    Die Ortsgemeinde reagierte mit viel Verständnis aber auch mit großem Bedauern auf diese Entscheidung. Auch für Neustadt geht eine Ära zu Ende: der Ort und das Kloster waren untrennbar miteinander verbunden.

 Für die Dominikanerinnen von Neustadt:

Sr. Christiane Sartorius OP

Als Pfarrer bedauere ich natürlich den Weggang, verstehe aber die Entscheidung gut. Es war jetzt Aufgabe der Leitung, eine Entscheidung für die Zukunft zu fälle. Es ist schade, dass diese nicht im Lohrer Seniorenzentrum der Caritas möglich ist. Die Schwester gehörten nicht nur zur Gemeinde, sie waren mit den Menschen in Neustadt und Erlach eine Einheit. Vielen Menschen waren sie dort Seelsorgerinnen, Wegbegleiterinnen und Freundinnen. Sie haben das gemeindliche und gottesdienstliche Leben getragen, übernahmen den Küsterdienst, die Leitung des Chores, das Orgelspiel und die Feiern von Wortgottesdienste. Über viele Jahre waren sie Mitglieder im PGR und bei allem, was im Dorf geschah, aktiv beteiligt. Die Geschichte Neustadts wird immer auch ein wenig die Geschichte des Ordens sein. Wir freuen uns auf die verbleibende gemeinsame Zeit und auf das Weihnachtsfest, das wir nochmals miteinander feiern können. Anfang des Jahres wollen wir Dank sagen, Abschied nehmen und den Aufbruch der Schwestern unter den Segen Gottes stellen. 

Sven Johannsen, Pfarrer

 

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