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Lohr. Als ein an sich wenig lyrisches Geschehen bezeichnete der Vorsitzende Prof. Dominikus Bönsch die Arbeit seines Fördervereins. Denn es geht dabei hauptsächlich um das Einsammeln von Geld für einen guten Zweck. Um welch schönen Zweck es dabei aber geht, wurde den erschienen Mitgliedern des Fördervereins Kirchenmusik in der Pfarreiengemeinschaft 12 Apostel am Tor zum Spessart am Dienstagabend sogleich vorgeführt.

Bei der ersten Versammlung vor einem Jahr hatten noch Kantor Alfons Meusert und der Vorsitzende selbst in die Tasten gegriffen. Nun sorgte dieses Jahr ein Streicherensemble der Lohrer Musikschule für die musikalische Gestaltung. Eine noble Tradition bei den jährlichen Versammlungen wurde damit begründet. Unter der Leitung von John Walkowiak musizierten lauter Musiker, die immer wieder bei Konzertereignissen oder in der Liturgie mit der Lohrer Kantorei zusammenwirken. Gleich zu Anfang erklang eine Sinfonia von Johann Sebastian Bach über den Choral „Was Gott tut, das ist wohlgetan“. Den Solopart - an sich für Trompete gesetzt - übernahm mit ausgesprochen feinsinnigem Ausdruck Alexander Feller auf dem Saxophon.

Dr. Martina Maier gab anschließend Rechenschaft über die Kassenführung des Jahres 2019 und berichtete von erfreulichen Zahlen und einer etwas angestiegenen Mitgliederzahl. Deshalb konnte mit 3.000 € bereits das ungedeckte Defizit aus den beiden viel gelobten Chorkonzerten des letzten Jahres ausgeglichen werden. Insgesamt berichtete Prof. Bönsch von einem kirchenmusikalisch sehr ereignisreichen Jahr 2019. Er gab zu bedenken, ob nicht die derzeitigen Eintrittspreise angesichts des hohen Qualitätsstands des Dargebotenen auch eine Anhebung vertragen würden. Pfarrer Sven Johannsen zeigte sich ebenfalls sehr erfreut über den guten Besuch der Veranstaltungen und den liturgischen Einsatz der Kantorei. Er stellte fest, dass die Kirchenmusik unter Kantor Meusert hohes Ansehen in der Gemeinde und ob des finanziellen Aufwandes auch festen Rückhalt in der Kirchenverwaltung genieße. Er habe da an früheren Stellen wesentlich schwierigere Situationen erlebt.

Anstelle des erkrankten Kantors stellte Prof. Bönsch auch das musikalische Jahresprogramm für 2020 vor. Dabei wies er besonders auf zwei für Lohr wohl neue Formate hin: Zum 40jährigen Jubiläum der Sandtner-Orgel in St. Michael wird es im Juli eine Orgelnacht mit insgesamt vier etwa 45minütigen Konzerten verschiedener Stilrichtungen und von vier Organisten geben. Und im Rahmen einer „Hommage à Louis Vierne“ im Oktober wird in St. Michael erstmals eine Orgelsymphonie erklingen. Das Gesamtprogramm mit allen Konzertterminen im neuen Flyer liegt ab sofort in der Stadtpfarrkirche aus.

Musikalisch rundeten eine Cantata quattro von Guiseppe Torelli und die Sinfonie Nr. 12 von Antonio Caldara den offiziellen Teil des Zusammentreffens sehr stilvoll ab und gaben auch Gesprächsstoff bei ein wenig Zeit zum gemütlichen Beisammensein im Lohrer Pfarrheim.

pdf2020-03_Jahresprogramm Förderverein Kirchenmusik.pdf

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