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Liebe Schwestern und Brüder

 

18 einfache Tipps für ein glückliches Leben

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12 Tipps für ein glückliches Leben, die wirklich funktionieren

Unsere sieben besten Tipps für ein glücklicheres Leben

5 einfache Tipps für ein erfülltes und glückliches Leben zum Tag des Glücks am 22. März. Und so geht es:

1) Habe die richtigen sozialen Kontakte 2) Geben und anderen einen Gefallen tun 3) Sport macht glücklich 4) Setze dir Ziele 5) Liebe dich selbst“

Wenn Sie im Internet die Suchanfrage aufgeben „Tipps für ein glückliches Leben“ dann werden Sie schnell überschüttet mit guten Ratschlägen, Regeln und Insiderwissen von Zeitungsredakteuren, Berufsberatern, (Hobby)-Psychologen und vielen esoterischen Weisheitslehrern. Wenn Sie dagegen die Anfrage nach Tipps für das „ewige Leben“ stellen, sieht das Ergebnis dürftig aus. Evangelikale Gruppen wissen darüber gut Bescheid; manchmal versuchen sich Kommentatoren in kirchlichen Zeitschriften an dem Thema. In der Regel aber scheint das ewige Leben aber zu einem eher abstrakten Ziel geworden zu sein, das nicht wirklich konkrete Fragen im Leben aufwirft. Wenn es um ihr Leben geht, dann möchten Menschen vieles erlangen:

  • ein langes Leben in Gesundheit und Selbständigkeit,

  • ein erfülltes Leben mit Aufgaben und dem Gefühlt, gebraucht zu werden,

  • ein gesundes und aktives Leben, in dem man noch viel unternehmen und erleben kann,

  • ein zufriedenes Leben im Kreis von Menschen, die einen lieben,

  • ein friedliches Leben ohne Bedrohung durch Krieg und Terror.

Die Liste ließe sich sicher noch lange fortsetzen und jeder von uns hat auch ganz konkrete Wünsche für ein „glückliches Leben“. Aber wer wünscht sich noch das ewige Leben? Sicher, mancher wünscht sich ein ununterbrochen fortgesetztes Leben, also ein ewiges Leben hier auf der Erde, aber in der Regel misstrauen Zeitgenossen der Glaubensaussage vom „ewigen Leben“ bei Gott im Himmel. Das klingt ihnen nach Vertröstung, die ihnen ihr bedauernswertes Dasein in dieser Welt erträglicher machen und sie v.a. davon abhalten soll, dagegen aufzubegehren. Ganz sicher hat die Kirche mit ihrer Rede vom „ewigen Leben“ auch zu einigen Zeiten den Interessen der Reichen und Mächtigen gedient, aber das stand nicht am Anfang. Als Christen ihr Glaubensbekenntnis formulierten und ganz bewusst an das Ende als letzte große Hoffnung die Wendung „Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das Ewige Leben“ setzten, da haben sie sich nicht von Machtinteressen und Ordnungsdenken manipulieren lassen, sondern wollten das ganz Neue ihres Glaubens an Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist pointiert als Zusammenfassung ins Wort bringen. Über viele Jahrhunderte war die Hoffnung auf das „ewige Leben“ Trost in der Erfahrung von Trauer und Antrieb zum guten Verhalten. Seit der Religionskritik des 19. Jahrhundert, für die Namen wie Ludwig Feuerbach und Friedrich Nietzsche stehen, hat sich Misstrauen eingeschlichen bis dahin, dass heute für die meisten Menschen das „ewige Leben“ in der „kommenden Welt“, wie es im Credo der Konzilien von Nicäa und Konstantinopel formuliert ist, kaum erstrebenswert erscheint. Viele Zeitgenossen erstreben ein Leben ohne Tod in dieser Welt oder wenigstens ein möglichst langes Leben mit der befriedigenden Bilanz, alles mitgenommen zu haben, was möglich war. Immer mehr rechnen mit einer Weiterxistenz nach dem Tod als sehr abstrakte und wenig verlockende Vorstellung von einem Aufgehen im Ganzen des Weltalls oder in einem kosmischen Energiefeld. Dann gibt es da auch noch diejenigen, die mit dem Gedanken der Wiedergeburt als „Butterblume“ oder in einem anderen Leben rechnen, m.E. eine etwas anstrengende Aussicht für die Zukunft.

Heute fragt im Evangelium ein gebildeter und in den Heiligen Schriften bewanderter Gelehrter: „Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen.“ Er fragt nicht einen Mediziner nach lebensverlängernden Maßnahmen, sondern den religiösen Lehrer nach dem Leben der kommenden Welt. Die Checkliste, die Jesus für das ewige Leben vorlegt, ist leicht auf den Punkt zu bringen: „Liebe Gott und liebe den Nächsten wie dich selbst!“ Das ist das Doppelgebot der Liebe, wie wir es auch vom Evangelium des Markus kennen. Es bleiben aber Fragen offen: Wenn ich das alles so mache, was erwartet mich dann? Was ist das ewige Leben? Ist es ein besseres Leben als das, das ich gerade führe ? Diese Hoffnung kann manchmal ein Trost sein, wenn Krankheit, Schicksalsschläge und Leid ein Leben auf dieser Erde überschatten. Ich kann aber auch jeden Menschen verstehen, der der Überzeugung ist, „ein besseres Leben als mit meiner Familie, meinen Freunden und mit den Möglichkeiten, die ich jetzt habe,“ kann ich mir gar nicht vorstellen. Das Beste wäre es, wenn alles so bleibt, wie es ist. Ich bin auch der Meinung, dass wir mit vorschnellen Umschreibungen vom ewigen Leben als einem besseren Leben vorsichtig sein müssen in einer Welt, die die meisten Menschen nicht als Jammertal empfinden.

Was ist das ewige Leben, für das es sich lohnt, in diesem Leben Hoffnung zu haben?
Wir sind heute in der Lage, Leben zu verlängern, Krankheiten zu heilen,
Schmerzen zu therapieren und Beschwerden des Älterwerdens zu erleichtern. Das Ersatzteillager in manchem rüstigen Rentner ist ein Beispiel menschlicher Genialität: neue Hüfte, neues Knie, Stents in allen Zuleitungen und Herzschrittmacher am Motor. Das sind große medizinische Fortschritte, aber sie verhindern nicht das Älterwerden, den Verlust an Kraft und die Einschränkung von Beweglichkeit. So weit wir auch die Grenze des Todes hinausschieben, sie wird nicht aufgehoben. Das ist daher der erste Wunsch, den wir mit dem „ewigen Leben“ verbinden und der uns z.B. im letzten Buch der Bibel zugesagt wird. „Er (Gott) wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.“ (Offb 21,4) Der Glaube bekennt, dass mit dem Tod nicht alles aus ist, sondern Gott dem Leben, das wir jetzt schon führen, eine Brücke aus der Endlichkeit zur Unendlichkeit baut. Bei allen medizinischen Fortschritten wird es immer den Tod geben, der unerwartet z.B. durch einen Unfall einen Menschen ereilt. Sind all jene, die so ein Schicksal trifft, dann einmal die Verlierer in einer Welt, die alle Krankheiten und Schwächen im Griff zu haben glaubt? Letztlich verbinden wir allein das ewige Leben mit der Gerechtigkeit für allen Menschen, diejenigen, die lange und glücklich hier gelebt haben, und diejenigen, die aus der Mitte ihres Lebens gerissen wurde: Es wird ihnen allen Leben in Fülle zuteil. „Ewiges Leben“ ist für mich weniger eine Aussage über Dauer. Ewigkeit ist kein Zeitbegriff, sondern eine Zustandsbeschreibung: Es ist unerschöpfliches Leben ohne Einschränkung, ohne die schmerzende Qual zur Entscheidung zwischen Alternativen. Paulus bringt das im ersten Thessalonicherbrief auf die kurze Verheißung: „Dann werden wir immer beim Herrn sein“ (1Thess 4,17) Gott verbinden wir mit der Vorstellung, dass ihm alles möglich ist, wie es schon der Engel Maria bei der Verkündigung deutet. Es gibt kein Land der unbegrenzten Möglichkeiten, es gibt nur einen Gott, dem keine Grenzen gesetzt sind. Ihm nahe zu sein, mit ihm zu sein und ihn in der Mitte zu wissen, wie die Schriften des NT das „ewige Leben“ beschreiben, heißt teilzuhaben an seiner unausschöpfbaren Wirklichkeit .

 

Es ist unmöglich zu definieren, was das „ewige Leben“ ist, aber Paulus hat uns einen frohen Anreiz gegeben, wenn er es im 1. Korintherbrief umschreibt: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was in keines Menschen Herz gedrungen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“ (1 Kor 2,9) Der Himmel ist nicht Abbruch unseres Lebens, sondern seine Vollendung. Er ist Gemeinschaft mit Gott und mit all denen, die uns vorausgegangen sind, aber auch eine ganz persönliche und je eigene Erfahrung von Versöhnung und Wohlergehen für jeden einzelnen Menschen. Deswegen lässt sich das ewige Leben nicht verallgemeinern und ist sicher kein langweiliges, mechanisches Absingen von Halleluja-Chören. Wir müssen nicht gegen unser Empfinden auf ein besseres Leben warten, auch nicht ständig an den Himmel denken, aber wir dürfen uns doch immer wieder freuen auf ein Leben, das im Augenblick noch unvorstellbar ist. Dann wirkt sich der Glaube an das ewige Leben auch in unser irdisches Leben aus, denn dafür lohnt es sich, die Tipps, die Jesus heute dem Gesetzeslehrer gibt, in unserem konkreten Handeln zu beherzigen: Gott und den Nächsten zu lieben, wo immer es angebracht ist. Amen. Sven Johannsen, Lohr

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