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Predigt 3. Fastensonntag

1700 Jahre Sonntag als Ruhetag“

(Sven Johannsen, Pfarrer)

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Liebe Schwestern und Brüder

Am 3. März 321 erließ Kaiser Konstantin für das gesamte römische Reich eine Verordnung, die bis heute nachwirkt:

"Alle Richter, die Stadtbevölkerung und die Betriebe aller Gewerbe sollen am verehrungswürdigen Sonn-Tag ruhen. Die ländliche Bevölkerung soll dennoch der Landwirtschaft frei und ungehindert nachgehen, da es oft vorkommt, dass es keinen besseren Tag gibt, um Getreide zu säen oder Weinstöcke zu pflanzen; denn ein Vorteil, den die himmlische Vorsehung gewährt hat, soll nicht durch die Wahl des Zeitpunkts verschenkt werden."

Die Einführung des „Venerabilis dies solis“, des verehrungswürdigen Tags der Sonne, unseres Sonntags, markierte für lange Zeit in der Geschichtsforschung den Sieg des Christentums über das Heidentum. Aus unserer Perspektive ist das leicht nachvollziehbar: Der Sonntag ist der der Tag, an dem wir Ostern feiern, Gottesdienst halten und das Glockengeläut der Kirchen den Tagesrhythmus der Menschen so bestimmt wie an keinem anderen Wochentag. Wir sehen in dem Erlass zum Sonntag eine logische Entwicklung zu einem christlichen Abendland, die mit der „Bekehrung“ von Kaiser Konstantin begann. Für die, die nicht direkt dabei gewesen sind: Am 28. Oktober 312 kommt es an der Milvischen Brücke im Norden Roms zur entscheidenden Schlacht zwischen den beiden Konkurrenten um die Kaiserwürde, Konstantin und Maxentius. Die Situation für Konstantin ist nicht besonders rosig. Maxentius hatte sich mit weit mehr Truppen in der Stadt verschanzt. Das Zahlenverhältnis vor der Entscheidungsschlacht sprach gegen ihn. Jahre später wird Konstantin dem Kirchenhistoriker Eusebius von Caesarea erzählen, was in der Nacht vor der Schlacht geschehen ist. Der Schriftsteller Laktanz hat es uns überliefert:

 „Im Schlaf wurde Konstantin ermahnt, das himmlische Zeichen Gottes an den Schilden anzubringen und so die Schlacht zu beginnen.“

Das „himmlische Zeichen Gottes“ wird als „Chi“ „Rho“, das Christuszeichen, gedeutet. Auch wenn das nicht von allen als historisch anerkannt wird, muss die Geschichtsforschung zugeben, dass Konstantin früh, gegen die Haltung der bisherigen Machthaber des römischen Reichs, den christlichen Glauben unterstützte und förderte. Auch wenn es nach der großen Verfolgung unter Kaiser Diokletian schon seit einigen Jahren Ansätze zur Toleranz für Christen im Römischen Reich gab, wirklich gesichert entfalten konnte sich die Kirche erst unter ihm. Was Konstantin bewegte, war auch mehr als politisches Machtkalkül, also die Überlegung, dass ein neuer Kaiser auch eine neue Religion braucht. Konstantin ließ sich erst sehr spät, kurz vor seinem Tod 337 taufen, aber er war von der christlichen Lehre sehr beeinflusst. Schon 314 verteidigte er offen diesen Glauben von Menschen, denen bisher Aberglaube und Hochverrat vorgeworfen wurde, weil sie sich nicht am Kaiserkult beteiligten. Wenn nun ihr „Tag“, der „Sonntag“, zum wöchentlichen Ruhetag für das ganze römische Reich erklärt wurde, dann muss das doch breiten Jubel unter den Kirchen ausgelöst haben? Hat es aber nicht. Denn Christen feierten nicht den Sonntag, sondern den Herrentag. Das ist zwar der gleiche Wochentag, aber in seiner inhaltlichen Bedeutung etwas anders. Die Römer benannten ihre Wochentage nach den Planeten und Göttern. Schon vor einiger Zeit hatte man das eigentlich aus dem Judentum kommende „Sieben-Tage“-Schema übernommen, aber der Sonntag war nicht wie im Judentum der erste Tag, sondern der zweite Tag der Woche, der der Sonne gewidmet war. Der erste Tag gehörte dem Saturn. Christen aber folgten der jüdischen Tradition, in der die ersten sechs Tage keinen Namen hatten. (Auch in den Evangelien hören wir vom Ostertag nur, dass er erste Tag der Woche war) Nur der letzte, der siebte Tag und Feiertag, bekam einen Namen: Sabbat, „Ruhepause“. Die Christen hielten anfangs natürlich diesen wöchentlichen Ruhetag ein, fingen aber bald an, den ersten Tag als den „Herrentag“ zu ehren und mit Gottesdiensten besonders herauszustellen. Die Bezeichnung „Tag der Sonne“ blieb ihnen zunächst fremd und nur langsam konnte man zu ihm über die Selbstbezeichnung Jesu als „Licht der Welt“ einen Zugang finden. Schließlich verehrte man den Auferstandenen auch als den neuen Tag, der keinen Abend kennt.
Sicher hatte Kaiser Konstantin durchaus die Christen in seinem Reich im Blick, als er den Sonntag zum Feiertag erklärte, aber nicht nur sie. Letztlich war es ein genialer politischer Schachzug, denn neben der neuen Religion gab es eine lange Tradition, den „Sol invictus“, den unbesiegten Sonnengott, zu verehren. Dieser Gedanke schloss eine zweite, starke Gruppe von Menschen mit ein, die Anhänger des sog. Mithras-Kult, v.a. Soldaten, unter denen die Sonne eine wichtige Rolle spielte. Es ist politisches Geschick, eine Entscheidung zu treffen, die alle glücklich macht und niemanden ausschließt: Die Christen hatten nun Gelegenheit, die Auferstehung Jesu angemessen zu feiern, die Anhänger des Mithraskultes sahen es als Tag ihres Gottes und die Übrigen hatten zumindest einen Tag in der Woche frei. Noch heute gilt im Grundgesetz für alle Bürger in unserem Land, was bereits 1919 in der Weimarer Verfassung über den Sonntag geschrieben wurde:

Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt.“ Mit „Arbeitsruhe“ und „seelischer Erhebung“ kann auch jemand leben, der sich dem christlichen Glauben nicht verbunden weiß.

Aber unser Sonntag hat natürlich seine Wurzeln nicht in einem Erlass des Kaiser Konstantin, sondern im dritten Gebot des Dekaloges, den wir heute als Lesung gehört haben, und in der Sensation der Auferstehung Jesu.

Die Lesung aus dem Buch Exodus stellt uns die erste Version der „zehn Gebote“ oder, wie es in der hebräischen Überlieferung heißt, der „zehn Worte“ vor. Im 5. Buch Mose, Deuteronomium, der großen Abschiedsrede des Mose vor seinem Tod, werden wir sie noch einmal finden als Erinnerung an die Grundbedingung für Leben und Freiheit im Land, in das Gott sein Volk führen will. Es ist wichtig, daran zu denken, dass die zehn Gebote kein Strafrecht darstellen, sondern die Grundlagen für ein gemeinsames Leben als selbstverständlich erklären. Besser als „Du sollst nicht töten, lügen, stehlen…“ könnten wir sagen: „Du wirst doch nicht töten, lügen, stehlen…“ Es geht um Einsichten, die aus dem Handeln Gottes an seinem Volk kommen, und nicht in Frage gestellt werden können. Es sind keine menschlichen Satzungen, die bei Nichteinhaltung ein Bußgeld oder eine andere Bestrafung nach sich ziehen.

Nach jüdischer Zeitrechnung stand das Volk Israel unter der Führung des Moses vor 3334 Jahren am Sinai Gott gegenüber und hörte seine zehn Worte, zuerst das ganze Volk, dann aber, weil Gottes Stimme ihm zu laut wurde, nur Mose, der dann dem Volk berichtete. Hier wurde ihm auch das dritte Wort verkündet:

Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig! Sechs Tage darfst du schaffen und all deine Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du und dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin und dein Vieh und dein Fremder in deinen Toren. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel, Erde und Meer gemacht und alles, was dazugehört; am siebten Tag ruhte er. Darum hat der Herr den Sabbat gesegnet und ihn geheiligt.“

Neben dem ersten Gebot, dem Glauben an den einen Gott, ist kein anderes Wort ausführlicher begründet als die Weisung, den Sabbat zu heiligen.

Martin Luther wollte zwar nichts davon wissen, dass unser Sonntag im jüdischen Sabbat ihren Ursprung hat, aber dennoch hat sich die Überzeugung durchgesetzt, dass hier der Impuls für das Sonntagsgebot zu suchen ist.
Vom Kaiserlichen Edikt unterscheidet das Gebot v.a. zwei wichtige Punkte:

Es umschließt alles, was lebt: Menschen, egal ob Freie oder Sklaven, Tiere und sogar die Felder. Keiner ist ausgeschlossen. Ruhe und Erholung wird nicht zum Privileg einer Religion oder gar einer Oberschicht. Das Edikt Kaiser Konstantins bezieht sich nur auf Menschen und lässt in seiner ursprünglichen Fassung sogar diejenigen, die auf Feldern arbeiten, außen vor.

Vor allem aber ist der Sabbat nicht das Geschenk oder der Gnadenakt eines Herrschers, er gehört zur Schöpfungsordnung. Gott hat die Ruhe geschaffen und es ist wider die Natur und Gott, nicht zu ruhen. Er ist „Teil der Schöpfung, an die sich der Mensch erinnern soll, um sich selbst nahezukommen und sich, aber auch Gott, dabei zu heiligen…Ohne den Sabbat wäre die Welt nicht vollkommen.“ (Rabbiner Andreas Nachama „Der siebte Tag“ in Jüdische Allgemeine vom 4.3.2021)

Der Sabbat ist in Israel ein besonderes Erlebnis. Wie jeder jüdische Tag beginnt er bereits am Vorabend mit Einbruch der Dämmerung, denn das Schicksal Israels geht durch die Nacht ins Licht. Am Freitagnachmittag herrscht geschäftiges Treiben im jüdischen Viertel Jerusalems. Es wird geputzt, gekocht und vorbereitet. Denn nach Beginn des Sabbats geht nichts mehr. Eine halbe Stunde vor Beginn des Sabbats entzündet die Mutter zwei Kerzen. Der Besuch der Synagoge, ein großes gemeinsames Essen und viele Gespräche prägen den Abend. Vor allem beeindrucken uns noch immer das Verbot jeglicher Arbeit und körperlicher Anstrengung: kein Fernsehen, kein Autofahren, kein Kochen, kein Anschalten von elektrischem Licht, kein Fußball usw. In einigen frommen Vierteln Jerusalems werden sogar am Freitagnachmittag Straßensperren aufgebaut, die verhindern, dass Nichtjuden oder säkulare Juden mit Autos durchfahren. Die jüdische Überlieferung kennt 39 verbotene Hauptarbeiten, die sich jeweils noch einmal in 39 Untereinheiten aufgliedern, also ist im Grunde alles untersagt, außer das Lesen der Tora, die Feier mit der Familie und der Gottesdienst.

Aber es wäre zu wenig den Sabbat zu einem Tag der Verbote zu erklären. Es trägt den Namen „Sabbatkönigin“, ist also ein Freudentag.

Wie oben bereits gesagt, werden die zehn Gebote zweimal überliefert. Im Buch Exodus, wird das Sabbatgebot eingeleitet: „Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig!“ (Ex 20,8) Im Buch Deuteronomium heißt es: „Hüte den Sabbat: Halte ihn heilig“ (Dtn 5,12). Mit dem Wort „Hüte“ verbinden jüdische Gläubige den Auftrag, den Tag nicht durch irgendwelche Tätigkeiten zu entweihen. Letztlich ist das die Begründung für die Verbote. Der Ruhetag in der Woche ist nicht dafür da, die noch übriggebliebenen Arbeiten der Woche zu erledigen. Er ist nicht der Tag zum Bügeln, für die Steuererklärung oder den Reifenwechsel. Das andere Wort „Gedenke“ aber zielt auf eine positive Füllung des Tages hin. Es mahnt, etwas Sinnvolles zu tun, das mit Gott verbindet, aber auch uns guttut. Der Sabbat gehört nicht dem Gameboy oder Smartphone des Einzelnen, sondern der Erfahrung von Gemeinschaft. Er ist Tag der Familie, die ihn zusammen gestaltet. Er führt zusammen, im Gottesdienst, beim Essen und in den Gesprächen. Zum Abendessen des Sabbats lädt man Gäste ein, v.a. Alleinstehende.

 

Vieles von diesem Denken haben wir in unseren Sonntag einfließen lassen. Dennoch ist der Sonntag nicht einfach der um einen Wochentag verlegte Sabbat. Er hat hier seine Wurzeln, ist aber v.a. dem Gedächtnis der Auferstehung Jesu gewidmet. Auch in Zeiten, als man sich noch dem Judentum zugehörig fühlte, begann man schon den Sonntag durch Gottesdienste eine besondere Bedeutung zu geben. Wann die frühen Christen ihren Sonntagsgottesdienst gefeiert haben, wissen wir nicht mit letzter Sicherheit. Es ist wahrscheinlich, dass am Morgen, noch vor Tagesanbruch, ein Lobgebet stattfand und der Hauptgottesdienst erst am Abend begangen wurde. Erst viel später stellt sich der Zeitpunkt des Vormittags als der bevorzugte Termin heraus. Im Mittelalter war es dann geradezu Pflicht, zur dritten Stunde, also um 9.00 Uhr den Gottesdienst zu feiern.

Der christliche Ruhetag hat aber über die Dimensionen des Sabbats noch eine ganz eigene inhaltliche Füllung, die an seinen verschiedenen Namen deutlich wird:

  • Er ist der erste Tag der Woche. Diese Bezeichnung ist in den Evangelien gebräuchlich. Nach der Genesis ist es der Anfang des Schöpfungswerkes. Gott schafft das Licht und bringt Ordnung ins Chaos. Aus dem Nichts wird alles allein durch seinen Willen. Früh ist, z.B. bei Paulus, die Überzeugung zu finden, dass die Getauften eine „neue Schöpfung“ sind. Der einzige Vergleich zur Sensation der Auferstehung Jesu ist die Schöpfung des Kosmos aus dem Nichts. Der alte Mensch, der dem Tod verfallen ist, wird in der Taufe neu geschaffen zum Menschen, der mit Christus begraben und auferstanden ist. Von daher ist der Sonntag der Tauftag der Christen.

  • Er ist der „Herrentag“. In einem sehr schönen Lied, das neu ins Gotteslob kam, singen wir „Dieser Tag ist Christus eigen und das erste Morgenlicht will von seinem Wunder zeugen, das die Todesnacht zerbricht.“ Der erste Augenblick der neuen Woche zeigt uns schon, wem unsere Zeit gehört: Christus. Er geht mit uns durch diese Woche mit all ihren Höhen und Tiefen, Freuden und Enttäuschungen, Vergnügen und Belastungen. Das Leben hat einen Sinn, und der besteht nicht nur in Arbeit und Alltag. Ich lebe, weil Gott es will. Er begleitet mich und verlässt mich nicht, auch wenn das Leben hier einmal zu Ende geht. Italiener, Spanier, Franzosen und Griechen haben diese wichtige Botschaft in ihren Namen für den Sonntag beibehalten. Für sie ist es weiterhin der „Tag des Herrn“.

  • Eine für uns seltene Bezeichnung nennt ihn den „achten Tag“. Der heilige Augustinus hat in seinen Betrachtungen über den Gottesstaat ihn ans Ende gestellt als das Ziel, auf das wir zugehen: Den Tag, der keinen Abend kennt. Es wird einmal die Ewigkeit kommen, in der uns die Zeit nicht davonläuft, in der sie nicht zerrinnt und zur Neige geht und wir noch so viel zu tun hätten. Was uns erwartet hat Augustinus in die hoffnungsvollen Worte gebracht: „Dann werden wir stille sein und schauen, schauen und lieben, lieben und loben. Das ist’s, was dereinst sein wird, an jenem Ende ohne Ende ...“ (Aug. de civitate dei) Dahin richtet der Sonntag unseren Blick: Das Ende ohne Ende.

  • Und schließlich, so die Namen im Englischen und im Deutschen, ist er der Sonntag. Christen verstehen darin auch einen Hinweis auf Jesus Christus, die Sonne der Gerechtigkeit. Unser Leben wird nicht im Schatten von Leid, Tod und unerfüllten Hoffnungen untergehen, wir kommen ans Licht, zu Christus. Wir glauben daran, dass Gottes Licht stärker ist als das Dunkel der Welt. Jeden Sonntag neu lassen wir uns sagen: „Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles Licht.“ Der Sonntag soll uns auch Mut machen, aus dem Dunkel der Angst und der Niedergeschlagenheit herausreißen und unser Leben hell werden lassen. „Die im Dunkeln sieht man nicht“, heißt es in der Dreigroschenoper. Wir aber sind Kinder des Lichts und beauftragt, Licht zu bringen, gerade heute.

Liebe Schwestern und Brüder

Zum Abschluss des Sabbats, am Samstagnachmittag, gibt es einen wichtigen Brauch, die Hawdala: Zum Abschied des Ruhetages wird noch einmal ein Glas Wein eingeschenkt. Es wird gefüllt bis zum Rand, ja sogar bis es überläuft, denn die Freude und Fülle des Ruhetags soll in die Woche hineinlaufen. Man schnuppert an einer Riechdose mit Kräutern, damit man den Geruch des Sabbats auch in den kommenden Tagen noch in sich spürt. Den Ruhetag soll man so genießen, dass man die Fülle noch in den Tagen der Woche in sich hat, wenn die Arbeit und der Stress an einem zehren und man mitunter nicht zum Essen kommt. Am Ruhetag soll man aufatmen und den Duft der Freiheit in sich aufnehmen, damit man auch in der Woche, wenn Terminen einen einzwängen, weiß, dass man nicht der Sklave der Arbeit ist und sich von scheinbar Notwendigen die Luft rauben lässt.

Ich finde, dass das ein schöner Gedanke für unseren Sonntag ist. Es sind nicht 24 Stunden, die viele Menschen einfach verschlafen, mancher sogar nur erduldet, weil er sie als langweilig empfindet, es ist eine Lebenseinstellung, die uns durch die Zeit begleitet. Vor dem Osterfest haben Christen immer nur den Sonntag gefeiert, weil sie wussten, dass sie die Woche nicht überstehen ohne das Wissen, dass sie in der Auferstehung Jesu zu freien und neuen Menschen wurden.
Der Sonntag ist ein Tag des Herrn, der Freiheit und des Genießens, ein Tag, an dem wir die Batterien wieder aufladen, aber v.a. richtig leben.

So wichtig ich es finde, dass wir uns für den Schutz des Sonntags einsetzen gegen die Vereinnahmung durch die Wirtschaft, so entscheidend ist es, ihn für uns neu fruchtbar zu machen.
Heute genießen wir, auch wenn es Fastenzeit ist, und wir freuen uns in dieser Woche noch, dass wir das getan haben. Suchen sie die Gelegenheit heute, etwas zu erleben, an das Sie sich auch in den nächsten Tagen noch gerne erinnern: ein Besuch, ein Gespräch, ein Spaziergang, ein Genuss…

Heute ist der Tag des Herrn für uns: Gedenken wir seiner, also machen wir etwas Schönes daraus, und hüten wir ihn, also halten wir fern von ihm, was ihn degradiert oder zu einem Werktag macht.

Heute ist der Tag der Tage und wir hoffen und bitten, „dass für alle Sonntag wird“ (GL 103), ein Tag der Erholung, ein Tag, der die Seele erhebt, ein Tag, den wir genießen können und der in die Woche hineinstralt, und ein Tag für Gott und uns. Amen.

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