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Pfarrwallfahrt nach Neapel und Rom – Eigentlich führte die Pfarrwallfahrt 2018 auf die Spuren der letzten Reise des Apostels Paulus von Neapel nach Rom. Doch gerade in der Metropole am Fuß des Vesuvs konnte man auch Formen von Frömmigkeit entdecken, die den unterkühlten Mitteleuropäer in Erstaunen versetzen. 31 Teilnehmer machten sich mit Pfarrer Johannsen neun Tage lang auf, um den letzten Weg des Apostels Paulus von Puteoli nach Rom nachzugehen.

Die Bibel berichtet, dass Paulus sich vor König Agrippa verteidigt und beste Chancen hatte, als freier Mann weg-zugehen. Stattdessen aber appelliert Paulus als römischer Bürger an den Kaiser und wird deshalb mit dem Schiff nach Rom gebracht. Seine Reise zwingt ihn zum Aufenthalt auf Malta nach einem Schiffbruch bis er zunächst nach Syrakus und von dort nach Puteoli nahe Neapel kommt. Paulus hält sich einige Tage dort auf bevor er über die via Appia nach Rom kommt, wo er noch zwei Jahre in einer Mietwohnung lebt.

Historisch gab es also gute Gründe für den Reiseverlauf der Lohrer Wallfahrer. Natürlich schwang auch die stille Hoffnung mit, der Kälte in Deutschland zu entkommen und den Frühling am Golf von Neapel zu genießen. Die kulturellen Erwartungen wurden ganz und gar erfüllt: Das Wetter zeigte sich von ungewohnt kalter und feuchter Seite. Das trübte die Stimmung und Entdeckerfreude in keinster Weise.

 Möglicherweise nutzte auch Paulus seinen Aufenthalt in der Gemeinde von Puteoli zu einer Begegnung mit Christen in Neapolis, der Metropole, die von griechischen Siedlern gegründet wurde, und der bekannten Kleinstadt Pompeji, damals weder durch das Erdbeben des Jahres 62 n. Chr. noch durch den Ausbruch des Vesuvs 79 n. Chr. beschädigt war. Die heutigen Besucher des Golfes von Neapel jedenfalls lassen sich diese Sehenswürdigkeiten nicht entgehen. So führte auch der erste Weg der Pfarrwallfahrer auf den Vesuv, der aber ganz in Wolken verhangen keinen Ausblick auf die Küste bot, dafür noch Schneereste bereit hielt. Der Ausbruch des immer noch aktiven Vulkans zerstörte 79 n. Chr. das Leben in den Ortschaften an seinem Fuße und konservierte gleichzeitig den römischen Alltag in Pompeji und Herkulaneum. So können bis heute die Kopien der gut erhaltenen Mosaike und Wanddekorationen bestaunt werden. Den Sonntag feierte man in der Wallfahrtsbasilika, die in einem eleganten neu-byzantinischen im 19. Jahrhundert errichtet wurde. Heute der zweitgrößte Wallfahrtsort Italiens.

Ein wirklicher Höhepunkt war der Besuch in Neapel. Der Dom des heiligen Januarius, die Altstadt und die Franziskanerkirche Santa Chiara standen auf dem Programm der Besucher. In einer Bar konnte auch der Erinnerungsaltar an den Fußballer Diego Maradona belächelt werden. Mit dem Bus konnten schon am Ankunftstag die Hügel rund um die Stadt besucht und der Ausblick auf Altstadt und den Hafen genossen werden. Viel Zeit stand für die Erkundung der Schätze des Nationalmuseums zur Verfügung.

Entspannung bot der Tagesausflug an die Amalfitana mit Besuchen in Amalfi und Ravello.

Der Weg nach Rom führte nicht streng auf der Spur des Apostels, sondern bot Gelegenheit, die bedeutenden Orte des Lebens des heiligen Mönchsvaters Benedikt in Montecassino und Subiaco zu besuchen und Gottesdienst zu feiern.

Rom empfing die Wallfahrer zunächst noch freundlich. Der Besuch des Vatikans wurde noch von der Sonne bestrahlt. Dann setzte der Regen ein und begleitete die Besucher auf dem Weg durch die barocke Alt-stadt mit Piazza Navona, Fontana di Trevi und Spanischer Treppe. Auch der zweite Tag in der ewigen Stadt, der ganz im Zeichen der frühchristlichen Kirchen San Clemente, Quattro Coronati, San Giovanni in Laterano, Santa Prassede und Santa Maria Maggiore stand, war von Regen überschattet. Zum Gottesdienst in der berühmten Marienkirche konnten die Pilger auch Anthony Clement begrüßen, der seit vielen Jahren in den Sommerzeit in Lohr aushilft.

Trocken ging es schließlich zunächst in das antike Rom mit Kolosseum, Forum und Kapitol. In der Domitilla-Katakombe, in der der charismatische Steyler Missionar Bruder Manfred die Gruppe kurzweilig und mit viel katechetischem Potential führte, war man vor vor dem Regen geschützt. In friedlicher Abendstimmung begrüßte San Paul vor den Mauern als letzte Station die Pilger auf den Spuren des Völkerapostel. Erst in Trastevere musste man sich wieder der Nässe und Kälte stellen, was sich aber bei einem typischen römischen Abend-essen schnell vergessen ließ.

Den Sonntag schließlich nutzten die Wallfahrer bei Sonnenschein nach dem Gottesdienst zu einem Besuch auf dem Pincio oder im jüdischen Museum mit Synagoge. Viele nahmen auch am Sonntagsgebet des Papstes teil

 Bei eisiger Kälte, aber mit vielen wärmenden Erinnerungen, landete die Pilger wieder sicher in Frankfurt nach eindrucksvollen Erfahrungen und einem tollen Gemeinschaftserlebnis. 

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