Endlich sind die Spieler für die anstehende Weltmeisterschaft bekannt gegeben worden! Der neue Kader setzt sich aus unterschiedlichen Charakteren und Spieler zusammen, die sich für diese Aufgabe qualifiziert haben. Der Bundestrainer stellte dazu am vergangenen Donnerstag – teilweise mit einer Überraschung und teilweise mit einer Erwartung – die Kandidaten vor. Wie erfolgreich sie sein werden wird sich zeigen. Experten zeigen sich unterschiedlicher Meinung. Letztendlich kommt es doch aber darauf an, wie gut die Mannschaft zusammenarbeiten kann und will. Zusammenhalt bei aller unterschiedlicher Spielposition, Herkunft und Sprache ist gefragt.
In ähnlicher Weise deutet auch die Apostelgeschichte so eine Kaderschmiede an. Der Verfasser nennt die Umstände von Pfingsten. Jesus Christus ist den Frauen und Männern genommen worden. Und nun warten sie. Sie warten darauf, was passiert. Die wichtigste Feststellung ist aber, dass sie zusammen, im Gebet verunden, warten. Es heißt ja: „Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort.“ [Apg 2,1]. Sie waren ganz unterschiedliche Charaktere und haben in der Geschichte Gottes mit den Menschen jeweils einen anderen Platz eingenommen. Aber sie hatten das gleiche Ziel: Zu Gott zu gehören! Das kann niemals alleine geschehen, sondern braucht die andere mit mir zusammen. Pfingsten bedeutet ein inneres Gefühl von Verbundenheit und Gemeinschaft. Der Heilige Geist kann auf die Frauen und Männer herabkommen, weil sie versammelt sind.
Der Geist Gottes trennt nicht, sondern er verbindet – immer und immer wieder; damals wie auch heute. Immer wenn die Gläubigen um diesen Geist flehen, kommt er herab zu ihnen. Die Aufgabe dieses Geistes ist es, nicht im Himmel zu verweilen, sondern direkt bei den Menschen zu sein und in ihnen zu wohnen, wie es der Apostel Paulus ausdrückt [vgl. 1 Kor 6,19]. Er ist, wenn wir es so wollen, der Geist, der ein Team bildet. Und dieses Team ist geprägt von der Nähe und der Liebe Gottes. Diese Liebe wird ausgedrückt in den Feuerszungen [vgl. Apg 2,3], weil die Gemeinschaft beginnt, für Gott zu brennen und den Anfang in das Hinaus zu tragen. Das ist die „Weltmeisterschaft Gottes“, wenn sie es so wollen. Jeder und jede einzelne von uns ist dazu aufgerufen und gesandt, seinem und ihrem Umfeld Gott zu bezeugen. Und darin zeigt sich die Befähigung durch den Geist des Herrn. Er macht uns sprachfähig, das Gefühl und die Erfahrung mit meinem Gott in menschlichen Worten auszudrücken. Die Heilige Schrift würde es wahrscheinlich Zungenrede nennen [Apg 2,8].
Und das der Plan Gottes an Pfingsten funktioniert hat, zeigt sich in der Reaktion der umstehnden Leute, denn sie laufen als Menge zusammen [vgl. Apg 2,6]. Sie spiegeln das wieder, was die Frauen und Männer, die bereits den Heiligen Geist empfangen hatten: Die Erfahrung der Gemeinschaft an Pfingsten. Ihr Gemeinsamkeit ist die Neugierde. Das zu erfahren, was sie nicht kennen. Und das zu hören, was sie noch nicht mitbekommen haben. Sie und wir alle sind ein Teil der Weltmeisterschaft Gottes. Besser gesagt vielleicht: Der Weltmission Gottes. Den Menschen zu sagen, dass durch den Heiligen Geist eine Freiheit in ihnen aufgehen kann. Und diese Freiheit zeigt das Geliebt-Sein-Gottes unter den Menschen.
Liebe Gläubige!
Auch Sie sind dazu aufgerufen an dieser WM, der Weltmission Gottes, mitzumachen. Als Teilnehmer sind Sie bereits erwählt worden im Empfang der Taufe und der Firmung. Es ist kein Muss! Aber es besteht als Einladung des Herrn. Leichter fällt es aber in der Gemeinschaft, im Team der Kirche. Eine zeitlang kann ich gut durch mein Leben alleine gehen. Ich darf nur nicht vereinsamen. Das ist das schwierige daran. Darum braucht es, meiner Meinung nach, die Kirche, deren Geburtstag wir heute feiern. Und diese Kirche darf nicht zum Selbstzweck werden, nicht zu einer starren und bürokratischen Insitution, sondern sie muss immer hinführen zu Gott und zu seinem Reich, dass unter uns angebrochen ist, dass in der Kirche und in mir weiterwächst und sich vollenden wird im Himmel. Und im Unterschied zu den Spielern der kommenden Weltmeisterschaft kann ich mich Gott an meiner Seite und dem Heiligen Geist, der in mir wohnen will, niemals verlieren, sondern immer nur gewinnen für die anderen und für mich. Amen, Halleuja.
Kaplan Tommy Reißig.
Bild: Jürgen Eckert, in: Pfarrbriefservice.de